So durchschaust Du Zuckerwerbung

Stand:
Weniger Zucker essen ist im Trend. Das hat auch die Lebensmittelindustrie erkannt und bewirbt Lebensmittel mit einem niedrigen Zuckergehalt. Doch stimmt das wirklich?
Zucker auf Holzunterlage

Wir erklären, was die verschiedenen Zucker-Claims bedeuten. Und anhand von Beispielen zeigen wir, wie es dann tatsächlich mit dem Zuckergehalt in den Lebensmitteln aussieht.

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Gesetzlich geregelte Werbeaussagen

Die folgenden Werbeaussagen sind gesetzlich geregelt. Sie dürfen also nur auf Lebensmitteln verwendet werden, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen:

Ohne Zuckerzusatz

Produkten mit der Aufschrift „ohne Zuckerzusatz“ dürfen keine Einfach- und Zweifachzucker (z. B. Trauben-, Frucht-, Milch- und Haushaltszucker) zugesetzt werden. Auch andere wegen ihrer süßenden Wirkung eingesetzte Zutaten, wie z. B. Honig oder Dicksaft, sind nicht erlaubt. Enthalten Zutaten von Natur aus Zucker, sollte darauf hingewiesen werden. Diese Empfehlung befolgen nicht alle Hersteller. "Ohne Zuckerzusatz" heißt also nicht, dass kein Zucker enthalten ist!

Bedeutung von Ohne Zuckerzusatz am Beispiel einer Soja-Joghurtalternative

Dieser Becher einer Soja-Joghurtalternative mit Mango enthält 6 Prozent Zucker, obwohl auf der Verpackung mit „ohne Zuckerzusatz“ geworben wird. Das sind umgerechnet etwa sieben Stück Zuckerwürfel in einem Becher (400 g). Der Zucker, in diesem Fall der Fruchtzucker, stammt aus der Mango.

Zuckerreduziert

Bei dieser Aussage muss der Zuckergehalt des Produktes um mindestens 30 Prozent im Vergleich zu anderen Lebensmitteln gleicher Art verringert sein. Der Energiegehalt (kcal) darf zudem nicht über dem des Vergleichsprodukts liegen. Das bedeutet, ein zuckerreduziertes Produkt hilft nicht zwangsläufig beim Kalorien einsparen. Und: es kann immer noch eine große Zuckermenge enthalten sein.

Bedeutung von zuckerreduziert am Beispiel eines Knuspermüslis

Hier wurde der Zuckergehalt durch die Verwendung von Oligofruktose verringert. Dieser Ballaststoff schmeckt leicht süß. Andere Zutaten, wie z. B. Zucker, Glukosesirup und Honig tragen dennoch weiterhin dazu bei, dass in dem Müsli viel Zucker enthalten ist. Auch wenn dieses Müsli weniger Zucker enthält als Vergleichsprodukte, ist es immer noch zu süß und für ein gesundes Frühstück nicht empfehlenswert.

Aufgepasst: „Light-Produkte“ verführen dazu, mehr zu essen. Die beim Müsli angegebene Portionsgröße von nur 40 Gramm wird schnell überschritten.

 

Bedeutung zuckerreduziert am Beispiel einer Konfitüre

Dieses Produkt enthält 50 Prozent weniger Zucker als herkömmliche Konfitüre. Wegen des hohen Wasseranteils ist dieses „Light-Produkt“ weniger fruchtig. Achtung: So ein Fruchtaufstrich ist nicht so lange haltbar und muss nach dem Öffnen schnell verbraucht werden.

Zuckerfrei

Bei der Angabe "zuckerfrei" muss das Produkt nicht völlig zuckerfrei sein. Ein Restgehalt von maximal 0,5 g Zucker je 100 g / 100 ml (gleicher Maximalwert für feste und flüssige Produkte) ist gesetzlich erlaubt. Ein Liter "zuckerfreie" Limonade kann also knapp zwei Zuckerwürfel enthalten.

Bedeutung von zuckerfrei am Beispiel einer Kräuterlimonade

Die zuckerfreie Kräuterlimonade ist mit kalorienfreien Süßstoffen gesüßt.

 

Bedeutung von zuckerfrei am Beispiel von Hustenbonbons

Die zuckerfreien Hustenbonbons sind mit dem Zuckeraustauschstoff Isomalt und dem Süßstoff Sucralose gesüßt. Beide Süßungsmittel verursachen keine Karies.

Zuckeraustauschstoffe wie Isomalt können bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.

Zuckerarm

Bei der Aussage zuckerarm dürfen maximal 5 Gramm Zucker je 100 Gramm oder 2,5 Gramm je 100 Milliliter im Endprodukt enthalten sein.

Eine animierte Packung Cornflakes mit der Werbung zuckerarm und Abbildung der Nährwerttabelle

Thumbnail zum Video; Daniela Krehl zeigt auf Logo mit "Ohne Zuckerzusatz"

Video: ["ohne Zuckerzusatz": Vorsicht bei dieser Werbung. 4 Tricks, wie du nicht auf diesen Claim reinfällst]: Erst wenn Sie auf "Inhalte anzeigen" klicken, wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt und Daten werden übermittelt. Hier finden Sie dessen Hinweise zur Datenverarbeitung.

Ungeregelte Werbeaussagen

Neben den gesetzlich geregelten Werbeaussagen preisen Hersteller ihre Lebensmittel häufig auch mit anderen Botschaften an. Diese können mitunter irreführend sein.

Mit der Süße aus Früchten

Früchte können – in verarbeiteter Form wie beispielsweise Dicksaft oder Fruchtkonzentrat – erheblich zur Aufnahme von Zucker beitragen. Verantwortlich dafür ist der enthaltene Fruchtzucker. Er enthält genauso viele Kalorien wie Haushaltszucker.

Bedeutung von Mit Süße aus Früchten am Beispiel einer Fruchtschnitte

Der so beworbene Riegel vermittelt den Eindruck, er sei ein gesunder Snack. Tatsächlich besteht er über die Hälfte aus Zucker und ist somit eine Süßigkeit. Grund ist der hohe Anteil an getrockneten Früchten und Fruchtkonzentraten.

In einem Riegel (25 Gramm) stecken 13 Gramm Zucker. Umgerechnet sind das etwas mehr als vier Stück Würfelzucker.

Ohne Kristallzucker

Kristallzucker ist vielen auch als Weißzucker, Haushaltszucker oder Raffinade bekannt. Er wird aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr hergestellt und raffiniert.

Bedeutung Ohne Kristallzucker am Beispiel eines Ketchups

Dieser Ketchup wird mit Agavendicksaft gesüßt. Dieses Süßungsmittel hat ein besseres Image als Kristallzucker. Agavendicksaft besteht jedoch in der Regel zu 75 Prozent aus Zucker. Wie andere Sorten auch hat dieser Ketchup einen hohen Zuckergehalt.

Produkte mit der Werbung „Ohne Kristallzucker“ können trotzdem sehr süß sein. In einer 500ml - Flasche dieses Ketchups stecken 90 Gramm Zucker.

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