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Nachhaltige Nutzung von Handys und Smartphones

Stand:

Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch Anbieter können eine Menge tun, um den "ökologischen Rucksack" von Mobiltelefonen zu verkleinern.

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Nutzungsdauer verlängern

Viele telefonieren mit ihrem Handy oder Smartphone nur anderthalb bis zwei Jahre. Spätestens dann lockt das nächste Modell, das noch mehr kann, noch schneller ist oder einfach nur eine vermeintlich bessere Optik hat. Das alte Handy funktioniert jedoch immer noch. Hier kann sich jeder selbst hinterfragen, ob es immer das aktuelle Modell sein muss.

Hinzu kommt, dass viele Telekommunikations-Anbieter bei Vertragsverlängerungen mit kostenlosen oder günstigen Modellen locken. Das führt dazu, dass manch einer zugreift, obwohl er sonst das alte Handy noch behalten hätte. Inzwischen sind einige Anbieter dazu übergegangen, wahlweise auch Gutschriften anzubieten - eine gute Möglichkeit, die Nutzungsdauer von Mobiltelefonen zu verlängern.

Ersatzteile standardisieren

Oft ist es so, dass jede Firma ihre eigenen Zubehörteile fertigt (zum Beispiel Netzteile oder Ladegeräte). Diese passen nur zu eben jenem Gerät. Eine Standardisierung würde dazu führen, dass nicht so viele Zubehörteile neu produziert werden müssten.

Elektroteile ersetzen, nicht ergänzen

Smartphones sind kleine Mini-Computer, die mehr Energie verbrauchen als ein ganz normales Handy. Dafür sind sie kleine Alleskönner: Wer ein Smartphone hat, braucht nicht auch noch einen MP3-Player oder eine einfache Digitalkamera. Eigentlich bietet ein Smartphone den Vorteil, viele Geräte in sich zu vereinen. Daher sollte man überlegen, die anderen Produkte, wenn möglich, langfristig zu ersetzen – und nicht alle Geräte zu kaufen und zu benutzen.



Tipps der Verbraucherzentrale

Wer seinen ökologischen Rucksack verschlanken möchte, muss sein Konsumverhalten ändern. Jeder kann dazu beitragen, die Erde auch in Zukunft für alle lebenswert zu gestalten. Das geht zum einen dadurch, dass Sie bewusst einkaufen (oder eben nicht einkaufen), zum anderen dadurch, dass Sie Geräte umwelt- und klimaschonend verwenden.

  • Überlegen Sie vor dem Kauf, ob Sie das Produkt wirklich brauchen. Nutzen Sie gerade Elektrogeräte so lange wie möglich. Also: Muss es wirklich das neue Smartphone sein - oder tut es das alte noch? Auch wenn der Telekommunikationsanbieter Ihnen ein neues Gerät anbietet, fragen Sie lieber nach Alternativen (zum Beispiel Gutschriften). Nutzen Sie bei einem Vertragswechsel SIM-only-Angebote, das sind SIM-Karten, die Sie in jedes Handy, also auch in ihr altes, stecken können.
  • Nicht jeder braucht alles: Man kann sich Dinge ausleihen, man kann sie teilen oder tauschen. Zum Beispiel braucht nicht jedes Familienmitglied ein eigenes Tablet und in einem Haus benötigt nicht jede Familie die Schlagbohrmaschine. Viele Geräte, die man nicht täglich braucht, lassen sich über Leih- und Tauschbörsen organisieren. Eine qualitativ hochwertige Bohrmaschine lässt sich beispielsweise in vielen Baumärkten ausleihen. Zudem müssen es nicht immer neue Geräte sein: Oft tun es auch gebrauchte.
  • Werfen Sie Konsumgüter nicht gleich weg, sondern lassen Sie sie reparieren. Beim Handy zum Beispiel kann der Akku kaputt gehen – bei vielen Geräten lässt er sich aber problemlos austauschen.Achten Sie beim Einkauf darauf, dass Sie den Akku ersetzen können.
  • Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Produkte möglichst fair hergestellt sind und wenig Energie verbrauchen. Lassen Sie sich auch beim Handy- oder Smartphone-Kauf beraten, wie hoch der Energieverbrauch ist. Und: Es gibt sogar ein Fairphone, ein faires Smartphone.
  • Schonen Sie Ihre Geräte. Gerade Smartphones sind sehr empfindlich. Eine gute Hülle und ein sorgsamer Umgang verlängern das Mobiltelefon-Leben. Auch die Akkus können Sie schonen, indem Sie Ihr Telefon richtig aufladen und vor zu starker Kälte oder Hitze schützen.
  • Sparen Sie Energie – das geht häufig schon durch Ihr Verhalten. Geräte müssen nicht immer auf Stand-by stehen – auch Handys nicht. Wenn Sie schlafen, können Sie sie ausschalten. Ebenso gehört das Ladegerät nur dann in die Steckdose, wenn Sie das Handy oder Smartphone aufladen müssen. Zudem: Es gibt Apps, die brauchen sehr viel Energie, andere weniger. Das Gleiche gilt beispielsweise für Funktionen des Handys wie Vibration und Ähnliches. Bei manchen Betriebssystemen können Sie sich den Verbrauch einzelner Komponenten aufschlüsseln lassen. Je mehr Sie wissen, desto besser können Sie Ihr Verhalten umstellen.
  • Zu guter Letzt: Gibt ein Gerät tatsächlich den Geist auf oder Sie wollen es aus anderen Gründen ersetzen, so werfen Sie die wertvollen Rohstoffe nicht einfach in den Müll. Mit einem Gebrauchthandy, das noch funktioniert, können Sie vielleicht eine andere Person glücklich machen. Ansonsten gehört es zu einer Sammelstelle für Handy-Recycling (z. B. Recyclinghöfe, Mobilfunkgeschäfte, Handy-Sammelbox).

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