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Wo bei der Partnersuche im Internet die Kostenfallen lauern

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Am Valentinstag die Suche nach einem Traumpartner beginnen? Bei vermeintlich bequemen Online-Börsen gilt Vorsicht: In den komplizierten und oft kaum verständlichen Verträgen sind einige Fallstricke verborgen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Günstige Probe-Abos können schnell teuer werden: Bei der Partnersuche im Internet sollten Sie stets auf das Kleingedruckte achten.
  • Sie haben bei solchen Online-Abos immer ein 14-tägiges Widerrufsrecht.
  • Vorsicht gilt auch bei der Weitergabe persönlicher Daten.
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Oft warten in den Singlebörsen statt Traummann oder Traumfrau nur Enttäuschung und der Verlust von Geld. Die Verbraucherzentrale Bremen hat typische Fallstricke zusammengestellt:

Das Kleingedruckte vorher genau lesen

Online-Singlebörsen und Partnervermittlungen erbringen Dienstleistungen, das heißt, sie bieten ihren Kunden lediglich die technische Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit anderen im Portal angemeldeten Personen. Wer diese Dienstleistung in Anspruch nehmen und eines der zahlreichen Online-Portale nutzen möchte, sollte zuvor in jedem Fall einen Blick auf das Kleingedruckte werfen.

Denn in den Geschäftsbedingungen verbergen sich oft versteckte Kosten. Beispielsweise werben einige Anbieter mit sogenannten Probe-Abos, die günstig angeboten werden. Im Nachhinein müssen Verbraucher dann aber mit Erschrecken feststellen, dass sich das Probe-Abo nach Ablauf automatisch um sechs oder sogar zwölf Monate zu einem weit höheren Preis verlängert hat.

Widerrufs- und Kündigungsmöglichkeiten

Viele Kunden wollen sich bereits kurz nach Vertragsabschluss wieder vom Partnervermittlungsinstitut lösen, weil sie unzufrieden sind.

Verbraucher haben bei einem Onlinevertrag grundsätzlich ein zweiwöchiges Widerrufsrecht, über das vor Abschluss des Vertrages informiert werden muss. Einige Portale berufen sich auf ein vorzeitiges Erlöschen des Widerrufsrechts bei Dienstleistungen, wenn diese vollständig erbracht wurden. Dies ist jedoch gerade bei Abonnementverträgen nicht der Fall. Auch dann nicht, wenn Verbraucher bereits Nachrichten verschickt haben.

Die Kündigungsmöglichkeiten stehen im Kleingedruckten und sind bei den einzelnen Partnervermittlungen unterschiedlich. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Online-Partnerbörsen ihren Kunden die Kündigung auch online ermöglichen müssen (Urteil vom 14.07.2016, AZ.: III ZR 387/15). Das bedeutet, wer einen solchen Vertrag online abschließt, der muss diesen auch online beenden können.

Auch ein Widerruf kann Geld kosten

Wer ein hunderte Euro teures Jahresabo schon nach wenigen Tagen widerruft, kommt nicht unbedingt kostenlos aus der Sache raus. Die Partnerbörsen lassen sich sofort nutzen, einige Anbieter bestehen dafür auf einem Wertersatz.

Die Verbraucherzentrale Hamburg weist auf Fälle hin, bei denen der Anbieter Parship schon für wenige Tage Nutzung bis zu 300 Euro kassiert hat. Oft zu Unrecht: In mehreren Verfahren hätten Gerichte Parship verpflichtet, Geld an ehemalige Kunden zurückzuzahlen.

Vorsicht bei Weitergabe persönlicher Daten

Im Internet sollten Verbraucher genau überlegen, welche Informationen sie von sich preisgeben möchten. Insbesondere bei der Freigabe von persönlichen Daten ist Vorsicht geboten. Bei der ersten Kontaktaufnahme mit anderen Nutzern empfiehlt es sich, eher über belanglose Themen wie beispielsweise Hobbys zu sprechen, da nicht sicher ist, wer sich hinter dem auf den ersten Blick interessant erscheinenden Online-Profil verbirgt.

Was Kontaktbörsen und Partnervermittlungen unterscheidet, schildern wir in einem separaten Beitrag.

Weitere Dienstleistungen können sehr teuer werden

Verbraucher sollten auch hellhörig werden, wenn ein Partnervermittlungsinstitut "zur Verbesserung der Vermittlungschancen" zusätzliche Leistungen anbietet, wie beispielsweise das Aufnehmen eines Präsentations-Videos, und hierfür die Unterzeichnung eines zweiten Vertrages verlangt, der sich ausschließlich auf die Herstellung des Videos bezieht. Für das Anfertigen eines 30-minütigen Videofilms werden bis zu 2000 Euro verlangt.

Mit Chiffre-Dienst anonym bleiben

Eine günstigere Alternative zu einer Partnervermittlung ist übrigens, selber die Initiative zu ergreifen – und beispielsweise eine Kontaktanzeige aufzugeben. Wer sich dabei des Chiffre-Dienstes etwa einer Tageszeitung bedient, muss weder die eigene Adresse noch Telefonnummer angeben.