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Erpressung per E-Mail: Angeblich Porno geguckt und Kamera gehackt

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Haltlose Erpressungen per E-Mail nehmen zu, zeigt das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW.
  • Unbekannte Absender behaupten unter anderem, die Webcam des Empfängers gehackt und ihn bei "sexuellen Handlungen an sich selbst" gefilmt zu haben.
  • Die Erpresser wollen die Aufnahmen öffentlich machen, wenn der Empfänger nicht eine gewisse Summe in Bitcoins überweise.
Blonde Frau hält ihre Hand an eine Webcam auf ihrem PC-Monitor
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"Es geht um Ihre Sicherheit", steht im Betreff und soll den Empfänger der E-Mail zum Öffnen verleiten. Im Text geht es dann um etwas anderes: Erpressung. Die unbekannten Absender schreiben an offenbar wahllos ausgewählte Empfänger, dass sie deren Webcam gehackt und sie beim Pornogucken und "sexuellen Handlungen an sich selbst" gefilmt hätten. Nur wenn die Empfänger einen gewissen Betrag in Bitcoins überweisen, könnten sie verhindern, dass die Filme an Familien und Freunde weitergegeben oder veröffentlicht würden.

In einer anderen Version behaupten die Absender, sie hätten den Computer des Empfängers mit einer Software infiziert, die pornografische Dateien gefunden hätte und drohen damit, Freunde und Familienmitglieder darüber zu informieren. Manchmal hängen auch Dateien an diesen Erpressungsnachrichten, die keinesfalls geöffnet werden sollten! Denn sie beschädigen sehr wahrscheinlich das Gerät des E-Mail-Empfängers.

Behauptungen sind in der Regel falsch

Experten der Polizei ist bislang kein Fall bekannt, in dem die Behauptungen wahr wären. So teilte das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz im Mai mit: "Bei den Drohmails handelt es sich um einen Massenversand an beliebig ausgewählte Adressaten."

Das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW erhält seit ein paar Tagen wieder verstärkt solche E-Mails. In einigen wollen die Kriminellen durch echte Passwörter oder Handynummern der Empfänger den Druck noch erhöhen. Solche Infos stammen in der Regel aus geknackten Datenbanken und haben nichts mit den Behauptungen in den E-Mails zu tun.

So reagieren Sie richtig

Wenn Sie eine derartige E-Mail erhalten, gehen Sie keinesfalls auf die Forderungen ein! Öffnen Sie keine Anhänge und antworten Sie dem Absender nicht. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, denn Erpressung ist eine Straftat. Die meisten Bundesländer haben eine Internet-Wache, bei der Sie Ihre Anzeige online erstatten können.

Leiten Sie verdächtige E-Mails weiter an phishing@verbraucherzentrale.nrw und verschieben Sie sie anschließend in den Spam-Ordner Ihres E-Mail-Programms.