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Nachhaltigen Fisch kaufen: nicht nur auf die Fischart kommt es an

Stand:

Wer Fisch aus ökologisch nachhaltiger Fischerei kauft, tut drei Mal Gutes: Das wichtige Ökosystem Meer bleibt intakt, die Fischbestände werden nicht zu sehr überfischt und Fisch bleibt der Menschheit als weltweite Nahrungsquelle erhalten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Überfischung und einige Fangmethoden lassen weltweit die Fischbestände schrumpfen. Für manche Arten ist eine nachhaltige Nutzung längst überschritten.
  • Auch in Aquakulturen kommt Fischmehl aus Wildfang zum Einsatz – was ebenfalls Folgen für die Wildbestände hat.
  • Welche Speisefische im Jahr 2020 noch nachhaltig zu bekommen sind und worauf Sie beim Kauf dieser Arten achten sollten, zeigen wir hier.
gebratenes Kabeljaufilet auf einem Teller
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Fisch ist Teil einer gesunden Ernährung und liefert wertvolle Eiweiße, Fettsäuren und Mineralstoffe. Doch Wildfisch und Meeresfrüchte werden immer knapper: Überfischung und schädliche Fangmethoden lassen die globalen Fischbestände stetig schrumpfen, bedrohen den Fortbestand ganzer Arten und schädigen die Meeresumwelt schwer.

Mehr als die Hälfte der kommerziell genutzten Fischbestände sind bis an ihre Grenze genutzt, mehr als ein Viertel überfischt und 3 % bereits komplett erschöpft. Die Fischbestände schrumpfen so sehr, dass sie sich nicht mehr erholen können und immer mehr Arten aussterben. Daher nimmt bereits seit 1995 die Menge an weltweit gefangenem Wildfisch kontinuierlich ab. Als Antwort wird zunehmend mehr Fisch in Aquakulturen gezüchtet. Diese werden jedoch mit Fischmehl aus Wildfang gefüttert.

Nachhaltige Fischerei mit verbindlichen Fangquoten und umweltschonenden Fangmethoden kann helfen, die Artenvielfalt im Meer zu erhalten und kann gewährleisten, dass auch künftige Generationen noch Fisch auf dem Speiseplan haben. Doch welcher Fisch wurde nachhaltig gefangen? Wir sagen's Ihnen.

Wo kann ich den Ratgeber bestellen und was kostet er?

Welcher Fisch aus welchem Fanggebiet ist nachhaltig? Damit Sie die Frage auch unterwegs beim Einkauf auf einen Blick klären können, gibt es unsere Tipps auch zum Mitnehmen!

Den Ratgeber können Sie online bei der Verbraucherzentrale Hamburg bestellen. Dabei fallen für Sie lediglich Versandkosten an.

Alternativ können Sie unseren Ratgeber auch als PDF-Datei herunterladen.

Hinweis: Unsere Einkaufshilfe haben die Verbraucherzentralen Berlin und Hamburg in Zusammenarbeit mit der unabhängigen Nachhaltigkeitsberatung EcoAid entwickelt. Unsere Bewertungen sind bis höchstens 31. März 2021 gültig.

Speisefische, die noch nachhaltig zu bekommen sind – und worauf Sie bei ihnen achten sollten

Laut unserem Fisch-Ratgeber gibt es die folgenden Fische noch aus zu empfehlender, nachhaltiger Fischerei. Achten Sie dabei unbedingt auf Hinweise für Fanggebiete, Zertifikate und Fangmethoden. Das kann den entscheidenden Unterschied machen, ob ein Fisch aus nachhaltigem Fang stammt!

Die Welternährungsorganisation (FAO) teilt die Weltmeere in 19 Gebiete auf. Der Name oder die Nummer des FAO-Fanggebietes, in dem der Fisch gefangen wurde, muss deklariert werden.

Fischart Worauf Sie achten sollten, damit der Fisch nachhaltig ist

Alaska-Seelachs

Alaska-Seelachs

 

  • FAO 61 Nordwestpazifik (falls mit MSC-Zertifikat)
  • FAO 67 Nordostpazifik (falls mit MSC-Zertifikat)

Heilbutt (Pazifischer)

Pazifischer Heilbutt

 

  • FAO 67 Nordostpazifik (falls mit MSC-Zertifikat)

Heilbutt (Schwarzer)

Schwarzer Heilbutt

 

  • FAO 27 Nordostatlantik (falls mit MSC-Zertifikat)

Heilbutt (Weißer / Atlantischer)

Weißer Heilbutt

 

  • FAO 21 Nordwestatlantik (falls mit MSC-Zertifikat)
  • FAO 27 Nordostatlantik (falls mit MSC-Zertifikat)

Hering (Atlantischer)

Atlantischer Hering

 

  • FAO 27 Nordostatlantik (falls mit MSC-Zertifikat)

Kabeljau (Atlantischer)

Atlantischer Kabeljau

 

  • FAO 27 Nordostatlantik (falls mit MSC-Zertifikat)
  • FAO 27 Nordostatlantik (falls ohne MSC-Zertifikat, dann empfehlenswert nur aus der Barentssee und  der Norwegischen See)

Kabeljau (Pazifischer)

Pazifischer Kabeljau

 

  • FAO 60 Nordwestpazifik (falls mit MSC-Zertifikat)
  • FAO 67 Nordostpazifik (falls mit MSC-Zertifikat)

Buckellachs / Ketalachs

Buckellachs

 

  • FAO 60 Nordwestpazifik (falls mit MSC-Zertifikat)
  • FAO 67 Nordostpazifik (falls mit MSC-Zertifikat)
  • FAO 67 Nordostpazifik (falls ohne MSC-Zertifikat, dann empfehlenswert nur aus den USA und Kanada UND falls dort mit Ringwaden, Schleppangeln oder Stellnetzen gefangen)

Makrele (Atlantische)

Atlantische Makrele

 

  • FAO 21 Nordwestatlantik (falls ohne MSC-Zertifikat, dann empfehlenswert nur aus den USA und Kanada UND falls dort mit Ringwaden gefangen)

Rotbarsch (Sebastes mentella)

Rotbarsch

 

  • FAO 21 Nordwestatlantik (falls mit MSC-Zertifikat)
  • FAO 27 Nordostatlantik (falls mit MSC-Zertifikat)

Scholle / Goldbutt

Scholle

 

  • FAO 27 Nordostatlantik (falls mit MSC-Zertifikat)
  • FAO 27 Nordostatlantik (falls ohne MSC-Zertifikat, dann empfehlenswert nur aus der Nordsee und dem Skagerrak UND falls dort mit Stellnetzen-Kiemennetzen gefangen)

Seelachs (Atlantischer / Köhler)

Atlantischer Seelachs

 

  • FAO 27 Nordostatlantik (falls mit MSC- oder Naturland-Zertifikat UND in Island, Nordsee, Skagerrak, Westlich von Schottland, Rockal, Färöer Inseln, Nordostarktis, norwegische See, Barentssee gefangen)

Thunfisch (Echter Bonito / Skipjack)

Thunfisch Echter Bonito

 

  • Falls mit MSC-Zertifikat, dann aus allen Fanggebieten außer FAO 77, FAO 81 und FAO 88
  • FAO 51 Westpazifik und FAO 77 Ostpazifik (beide falls ohne MSC-Zertifikat, aber mit Handleinen oder Angelleinen gefangen)

Zander

Zander

 

  • FAO 05 Europäische Binnengewässer (falls mit MSC-Zertifikat)

Zeichnungen: Sarah Fricke

In unserem ausführlicheren Ratgeber finden Sie außerdem einige Fische mit Teilfanggebieten und Fangmethoden, die zumindest bedingt zu empfehlen sind, sowie Hinweise zu Fischen aus Teilfanggebieten / bestimmten Fangmethoden, die Sie meiden sollten.

Speisefische, die nicht mehr nachhaltig zu bekommen sind

Ganz gleich woher: Diese Fischarten sind absolut nicht mehr zu empfehlen, da es keine nachhaltigen Quellen für den Handel gibt und Arten deshalb dem Aussterben entgegen gehen:

Aal (Europäischer Flussaal) Europäischer Flussaal

 

Belugastör bzw. daraus gewonnener Kaviar Belugastör

 

Blauflossenthun (Atlantischer) Atlantischer Blauflossenthun

 

Blauflossenthun (Nordpazifischer) Nordpazifischer Blauflossenthun

 

Blauflossenthun (Südlicher) Südlicher Blauflossenthun

 

Hai und Rochen (alle Arten, z. B. Schillerlocke) Dornhai Schillerlocke

 

Lachs (Atlantischer) Atlantischer Lachs

 

Steinbeißer Steinbeißer

 

Wolfsbarsch Wolfsbarsch

 

Zeichnungen: Sarah Fricke

Die acht wichtigsten Fragen und Antworten

1. Woran erkenne ich nachhaltig gefangenen Fisch?

Suchen Sie im Ratgeber den Namen des Fisches, sowie das Fanggebiet und die Fangtechnik auf dem Etikett. Auch eine Zertifizierung hilft weiter. Orientieren Sie sich an den Farben in unserem Ratgeber.

Grün bedeutet:
Die Fischerei ist insgesamt ausreichend ökologisch nachhaltig. Der Einkauf ist empfehlenswert.

Gelb bedeutet:
Die Fischerei ist nur bedingt ökologisch nachhaltig. Der Einkauf ist nur wenig empfehlenswert.

Rot bedeutet:
Die Fischerei ist nicht ökologisch nachhaltig. Der Einkauf ist nicht empfehlenswert. Suchen Sie nach Alternativen.

2. Wo genau kommt mein Meeresfisch her?

Diese Frage lässt sich leicht klären. Sehen Sie sich dazu den Hinweis auf dem Etikett oder an der Fischtheke an. Häufig steht dabei "gefangen in …", denn die Welternährungsorganisation (FAO) teilt die Weltmeere in 19 Gebiete auf. Der Name oder die Nummer des FAO-Fanggebietes, in dem der Fisch gefangen wurde, muss deklariert werden.

Beispiel: Fanggebiet FAO 67 (Nordostpazifik). Manchmal werden auch kleinere Gebiete angegeben, z. B. FAO 27-16 (Nordostatlantik, Nordsee).

3. Wie wird die Herkunft von Zuchtfischen gekennzeichnet?

Wurden Fische in Teichen oder Aquakulturen gezüchtet, dann erfolgt der Hinweis "aus Aquakultur" oder "gezüchtet in…" Es muss das Land angegeben werden, in dem die Fische die finale Entwicklungsphase durchlaufen haben. Stammen Fische aus Binnengewässern wie Seen, dann erfolgt der Hinweis "aus Binnenfischerei".

4. Wie nachhaltig werden Fische gefangen?

Einige Netze für Wildfische können der Umwelt schaden. Dazu gehören insbesondere Grundschleppnetze, da diese Fangmethoden negative Effekte auf Ökosysteme am Meeresboden verursachen und im schlimmsten Fall zerstörerisch wirken. Einige Fangmethoden wie Treibnetze führen zudem zu sehr viel "Beifang", d.h. es werden auch andere Meeresbewohner wie Delphine, Schildkröten oder zu kleine Jungfische mitgefangen. Die Fangmethoden müssen auf dem Etikett stehen.

5. Müssen alle Fische mit der Herkunft und den Fangmethoden gekennzeichnet werden?

Bei fast allen Fischen muss die Herkunft erkennbar sein, vor allem bei den naturbelassenen Exemplaren wie Frischfisch, Räucherfisch, bearbeiteten Tiefkühl-Fischerzeugnissen sowie rohen und bearbeiteten Krebs- und Weichtieren. Leider sind verarbeitete und zubereitete Produkte, z. B. Heringssalat oder Fischsuppe, von dieser Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Auch im Restaurant erfährt man nur in ganz seltenen Fällen etwas über die Herkunft der Fische.

6. Welche Siegel helfen wirklich beim Einkaufen?

Ein staatlich kontrolliertes Siegel für einen nachhaltigen Fischeinkauf wäre sehr nützlich. Doch leider gibt es das noch nicht. Erste wichtige Schritte in Richtung Nachhaltigkeit sind Siegel, die Auskunft über die ökologischen Auswirkungen von Fischereien geben. Nicht immer sind wir mit allen Vorgaben oder der Effizienz von Kontrollen zufrieden. Die meisten Fische mit Siegeln werden in diesem Ratgeber jedoch mit "grün" bewertet, beim MSC-Siegel immerhin 70 %. Aber 30 % erhalten trotz MSC-Label die Bewertungen "gelb" oder sogar "rot". Es kommt also immer auf den Einzelfall an.

7. Wie aktuell sind die Bewertungen und woher stammen diese?

Die Bewertungen beruhen nicht auf Einzelmeinungen, sondern sind auf Grundlage der Beurteilung von vier anerkannten Institutionen erfolgt: WWF (Deutschland), Monterey Bay Aquarium (USA), Marine Conservation Society (Großbritannien) und Fishsource. Unsere Vorgaben waren: Die Bewertungen müssen unabhängig erfolgen, wissenschaftlich fundiert sein, die Auswirkungen auf die Meeresumwelt berücksichtigen und einmal jährlich aktualisiert werden. Da uns die Aktualität so wichtig ist, sind die Bewertungen bis maximal 31.03.2021 gültig.

8. Was tun, wenn im Supermarkt oder beim Fischhändler auch Fische angeboten werden, die mit "rot" bewertet werden?

Erkundigen Sie sich vor Ort nach anderen Fischen, die von uns "grün" oder zumindest "gelb" bewertet werden. Im besten Fall helfen Nachfragen dabei, dass Anbieter ihr Sortiment verändern. Denn fragende Kunden signalisieren, dass sie mit dem Angebot nicht zufrieden sind. Die Anbieter möchten Ihnen schließlich auch zukünftig noch Fisch verkaufen.