Wissenschaftliche Bewertung von individuellen Gesundheitsleistungen

Stand:
Das Internetportal www.igel-monitor.de bewertet seit 2012 Individuelle Gesundheitsleistungen beim Arzt (IGeL). Die Arbeit erfolgt nach wissenschaftlichen Standards.
Wissenschaftler Gruppenarbeit

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der IGeL-Monitor ist ein Informationsportal des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS).
  • Die Bewertungen des IGeL-Monitors sollen Versicherte darin unterstützen, beim Arzt oder bei der Ärztin eine informierte Entscheidung zu treffen.
  • Jede Bewertung beruht auf einer systematischen Recherche und Auswertung der wissenschaftlichen Literatur.
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Wer steht hinter dem IGeL-Monitor?

Der IGeL-Monitor ist ein Projekt der Krankenkassen und bewertet seit 2012 Individuelle Gesundheitsleistungen. Initiator und Auftraggeber ist der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS). Für die konkrete Durchführung und die Erstellung der IGeL-Bewertungen ist ein interdisziplinäres Team zuständig, bestehend aus Ärztinnen und Ärzten aus dem Bereich der evidenzbasierten Medizin und Mitarbeitenden aus der Öffentlichkeitsarbeit. Inhaltlich unterstützt wird das Projekt durch externe Wissenschaftler:innen.

Der IGeL-Monitor arbeitet nach den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin (EbM), das heißt, das beste verfügbare Wissen aus der klinischen Forschung und ärztliche Erfahrungen werden zusammengeführt.

Wie entstehen die Bewertungen?

Der IGeL-Monitor bewertet Selbstzahlerleistungen aus der Arztpraxis, die relevant sind und häufig in Anspruch genommen werden. Die Bewertung jeder einzelnen IGeL läuft nach einem festgelegten Prozess ab: Mit Hilfe wissenschaftlicher Studien werden Nutzen und Schaden einer IGeL analysiert. Zu einer abschließenden Bewertung gelangt der IGeL-Monitor, indem er Nutzen und Schaden gegeneinander abwägt. Es gibt fünf Bewertungsaussagen: „positiv“, „tendenziell positiv“, „unklar“, „tendenziell negativ“ und „negativ“. Die große Mehrzahl der Bewertungen lautet „unklar“ oder „tendenziell negativ“.

Was kritisiert der IGeL-Monitor?

In einer repräsentativen Umfrage hat der IGeL-Monitor 2020 die Top 10 der meistverkauften IGeL ermittelt („IGeL-Report“). Fazit: An der Spitze würden nach wie vor die Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung und der Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung stehen. Bei beiden überwiege der mögliche Schaden den Nutzen.

Somit werde laut IGeL-Monitor die Top 10 von Leistungen angeführt, die als „negativ“ oder „tendenziell negativ“ bewertet wurden. Beim Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung handelt es sich sogar um eine Leistung, von der die Fachgesellschaft der Frauenärztinnen und -ärzte abrät. Denn, in Studien konnte kein Nutzen gezeigt werden und es kann durch Überdiagnosen zu erheblichen Schäden kommen.

Zu den häufigsten angebotenen und angenommenen Leistungen gehören neben den beiden genannten IGeL noch der Ultraschall des Bauchraums und der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs bei Männern.

Aktueller Stand der Bewertungen

Der IGeL-Monitor hat bisher 54 Leistung bewertet (Stand Oktober 2021). Bislang gab es folgende Bewertungen:

  • positiv: 0
  • tendenziell positiv: 2
  • unklar: 20
  • tendenziell negativ: 25
  • negativ: 4
  • Bewertungen ohne Fazit: 3

Sechs weitere IGeL wurden nicht bewertet, sondern nur besprochen (z. B. Reise-Impfungen, Atteste oder Sportchecks).