Helle, sparsame Beleuchtung – Setzen Sie Ihr Zuhause ins richtige Licht

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Können Sie sich im Laden gut vorstellen, wie eine Lampe wohl bei Ihnen zu Hause wirkt? Wir geben Ihnen Tipps: Damit es hell wird, ohne dass die Stromkosten hoch schnellen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Achten Sie beim Kauf nicht nur auf die in Watt angegebene Leistung, sondern besonders auf die Lumen- und Kelvin-Angaben, also die Helligkeit und die Lichtfarbe.
  • Eine LED ist die beste Wahl für eine effiziente Beleuchtung.
  • Wählen Sie Ihre Leuchtmittel je nach Einsatzort und Anwendungszweck aus.
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Packungsangaben: Worauf müssen Sie achten?

Vermutlich haben auch Sie früher Ihre Glühlampen vor allem nach der in Watt angegebenen Leistung ausgewählt. Moderne Lampen, auch Leuchtmittel genannt, sind aber inzwischen viel effizienter – und deshalb andere Kriterien für die Auswahl viel wichtiger. Erste Hinweise zur Kaufentscheidung liefern die Angaben auf der Verpackung. Wir sagen Ihnen, was sie bedeuten und worauf Sie bei verschiedenen Einsatzzwecken achten müssen. Dazu gibt es Tipps zu Dimmern und Transformatoren.

Energielabel - Energieeffizienz

Energielabel Lampen

Wie der Stromverbrauch einer Lampe eingestuft wird, können Sie am Energieeffizienzlabel auf der Verpackung erkennen. Aktuell gibt es die Effizienzklassen A++ (gut) bis E (schlecht). LEDs (Licht emittierende Dioden) erreichen die Effizienzklassen A++ und A+, Energiesparlampen werden in der Effizienzklasse A eingestuft.

Für Leuchten mit fest eingebauten LED-Modulen gibt es ein eigenes Label. Es umfasst ebenfalls die Klassen A++ bis E. Eine geschweifte Klammer zeigt an, welcher Klasse die fest eingebauten LEDs zuzuordnen sind. Enthält die Leuchte zusätzlich Fassungen für austauschbare Lampen, ist dies durch eine weitere geschweifte Klammer mit einem Glühlampensymbol gekennzeichnet.

Wie viel können Sie sparen?

Besonders gute LEDs der Effizienzklasse A++ verbrauchen etwa 85 Prozent weniger Energie als Lampen der Effizienzklasse C. Von A zu A+ beträgt der Unterschied etwa 32 Prozent.

Achten Sie darauf, dass bei Leuchten die einzelnen Leuchtmittel möglichst austauschbar sind. Einen Hinweis auf fest eingebaute LED-Lampen finden Sie auf dem Energielabel. Unabhängige Produkttests, beispielsweise von der Stiftung Warentest, geben zusätzliche Hinweise auf den Energieverbrauch.

Helligkeit - Lumen

Vergleich der Helligkeit in Lumen und Watt

Die Helligkeit ist bei der Auswahl ein sehr wichtiges Kriterium. Sie wird in Lumen (lm) aufgeführt und ist heute eine der wichtigsten Angaben auf der Lampenverpackung. Denn damit können Sie verschiedene Helligkeitsgrade miteinander vergleichen. Je höher der Lumenwert (lm) ist, desto heller ist das Leuchtmittel. Eine - inzwischen nicht mehr erhältliche - 60-Watt-Glühbirne  oder 42-Watt-Halogenlampe hatte beispielsweise etwa 700 lm.

Leistungsaufnahme - Watt

Die Leistungsaufnahme wird in Watt angegeben und besagt, wie viel Strom die Lampe verbraucht. Dieser Wert ist heute nur noch für die Ermittlung der Effizienz wichtig. Dazu teilen Sie den Helligkeitswert Lumen durch Watt (Beispiel: 809 lm/12 Watt = 67,4 lm/Watt). Je höher der Wert ist, desto effizienter setzt die Lampe Strom in Licht um. Haben Sie mehrere Lampen zur Auswahl, wählen Sie die mit der höheren Lumen-Zahl.

Farbwiedergabe - CRI oder Ra-Wert

Die Farbwiedergabe wird als CRI (Color Rendering Index) oder auch als Ra-Wert bezeichnet und ist ein Maß für die naturgetreue Wiedergabe von Farbtönen. Der Wert kann maximal 100 erreichen und sollte nicht unter 80 liegen. Je höher der Wert ist, desto besser ist die Farbwiedergabe. Das kann beispielsweise beim Schminken, der Kleidungsauswahl, aber auch im Essbereich wichtig sein.

Lichtfarbe - Kelvin

Lichtfarb-Skala in KelvinDie Lichtfarbe wird auf der Packung durch die Farbtemperatur in Kelvin (K) dargestellt. Farbtemperaturen von 2.700-3.300 Kelvin werden als "warmweiß" bezeichnet und zeichnen sich durch einen relativ großen Rotlichtanteil aus (gut für eine gemütliche Atmosphäre). Lichtfarben von über 5300 Kelvin werden als "tageslichtweiß" bezeichnet, sie haben einen höheren Blaulichtanteil und wirken anregend. Daher eignen sie sich besonders gut für Arbeitsplätze. LED-Lampen mit sehr hohen Blaulichtanteilen wie sie auch in Monitoren, Mobiltelefonen usw. eingesetzt werden, stehen im Verdacht, Augenschäden zu verursachen, weshalb man nicht zu lange und direkt in Lichtquellen mit hohem Blauanteil schauen sollte.

Lebensdauer

Uhr PiktogrammDie Lebensdauer der Lampe wird in Betriebsstunden angegeben.  LEDs können manchen Herstellerangaben zufolge 100.000 Betriebsstunden erreichen. Die meisten angebotenen LEDs liegen allerdings darunter, bei etwa 25.000 Betriebsstunden. Das sind bei einer durchschnittlichen Leuchtdauer von 2,7 Stunden am Tag mehr als 25 Jahre. Haben Sie mehrere Lampen zur Auswahl, wählen Sie die mit der längsten Lebensdauer.

Schaltfestigkeit

Schaltfestigkeit PiktogrammDie Schaltfestigkeit ist vor allem im Treppenhaus und Badezimmer wichtig, wo das Licht häufig an- und ausgeschaltet wird. Auf den Verpackungen steht die Zahl häufig auch unter dem Namen Schaltzyklus und wird häufig mit einem An- und Ausschalter abgebildet. Achten Sie auf eine hohe Anzahl an Schaltzyklen – die Angaben liegen zwischen 15.000 und 100.000. Mindestens 50.000 Mal sollten Sie die Lampe an- und wieder ausschalten können.

Anlaufzeit

Glühbirne PiktogrammDie Anlaufzeit gibt an, wie schnell die Lampe nach dem Einschalten 60 Prozent der maximalen Helligkeit erreicht. Bei LEDs und Halogenlampen ist das fast immer sofort. Sie finden bei diesen Lampen auf der Verpackung ein Piktogramm mit dem Hinweis „instant“, das bedeutet, die Lampe ist sofort hell. Energiesparlampen sind hier deutlich langsamer. 

 

Dimmbarkeit

  Beim Einsatz von herkömmlichen Dimmern (Helligkeitsreglern) kann es vorkommen, dass LEDs flackern oder gar nicht leuchten. Denn leider sind die wenigsten Energiesparlampen und LEDs dimmbar. Auch Dimmer haben, ähnlich wie Transformatoren, eine untere Leistungsgrenze. Wird diese unterschritten (häufig in Verbindung mit LEDs), kann es zu den beschriebenen Problemen kommen. Ob Sie das Leuchtmittel dimmen können, erkennen Sie auf der Verpackung.

Die Hersteller veröffentlichen Listen, aus denen hervorgeht, welche Dimmer mit welchen LEDs harmonieren. Sie sollten vorab immer prüfen, ob Ihre gewünschten Dimmer mit LEDs kompatibel, also funktionstüchtig sind.

Transformator-Eignung

Viele Lampensysteme funktionieren mit Transformatoren. Auf diesen Trafos ist eine Mindestlast (in Watt oder VA) verzeichnet. Wird diese Mindestlast nicht erreicht, z.B. wenn alle Halogenleuchtmittel durch LEDs ersetzt werden, kann es vorkommen, dass ein Lampensystem nicht mehr richtig funktioniert. LEDs brennen dann meist entweder gar nicht oder sie fangen an zu flackern. Um dies zu vermeiden, sollten Sie nicht alle Spots durch LEDs ersetzen. Stattdessen sollten Sie ein oder zwei Halogenspots belassen, damit die Mindestlast des Trafos nicht unterschritten und dieser nicht zerstört wird.

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Welches Licht für welchen Raum?

Für alle Räume gilt: LEDs sind die beste Wahl. Kompaktleuchtstofflampen, auch Energiesparlampen genannt, sind Auslaufmodelle, die keine Vorteile gegenüber LEDs bieten. Der Großteil der herkömmlichen Halogenlampen wird wegen seines hohen Stromverbrauchs nicht mehr verkauft. Es gibt nur noch einige Spezialformen, die weiterhin mit der Halogentechnik arbeiten.

Wenn es technisch unproblematisch ist, sollten Sie Halogenlampen, auch wenn sie noch funktionieren, frühzeitig durch LED-Lampen ersetzen. Wie oben bereits erläutert, können Sie auch bei einem Leuchtensystem mit Transformator einzelne Halogenlampen durch LEDs ersetzen.

Auch für Deckenfluter mit R7s-Sockel, also Halogenlampen in Zylinderform, gibt es einen guten LED-Ersatz. Aber ziehen Sie vorher den Test der Stiftung Warentest zu Rate. Denn hier schneiden auffällig viele Ersatz-LEDs nicht besonders gut ab: Viele flimmern oder sind nicht hell genug oder versagen schon nach kurzer Zeit den Dienst.

Auf welche Eigenschaften Ihrer Lampen Sie in bestimmten Räumen achten sollten, zeigt Ihnen die Galerie

Zubereitung Salat in der Küche

In der Küche und über dem Esstisch ist die Farbwiedergabe besonders wichtig: Daher sollte der Ra oder CRI Index möglichst größer als 90 sein.

Frau sitzt vor Computer am Schreibtisch

Im Büro oder am Arbeitsplatz empfiehlt sich eine höhere Farbtemperatur von 4.000 - 6.500 Kelvin. Das Licht ist deutlich anregender und sorgt für eine gute "Arbeitsatmosphäre".

Kind spielt mit Legosteinen

Im Kinderzimmer sollten Sie auf jeden Fall Energiesparlampen gegen LEDs austauschen. Denn Energiesparlampen können bei einem Bruch Quecksilber freisetzen.

 

Hemden auf Bügeln im Kleiderschrank

Im Schlafzimmer kommt es ebenso wie im Bad auf eine gute Farbwiedergabe an. Damit bei der Kleiderwahl und beim Schminken alles passt, sollten Leuchtstoffröhren und LEDs einen Ra-Wert von mindestens 90 haben.

Frau enspannt auf einem Sofa

Für eine gemütliche Atmosphäre im Wohnzimmer sollten Sie auf eine warmweiße Lichtfarbe von 2.500 bis 2.700 Kelvin achten. Bei Spots und gerichteten Effektstrahlern ist es wichtig, den Abstrahlwinkel zu berücksichtigen.

Beim Vergleich einer Halogenlampe mit einer LED (circa 700 Lumen Helligkeit) lassen sich etwa 100 € Kosten in 10 Jahren einsparen. Bei der Berechnung wurde der Neukauf von fünf Halogenlampen und zwei Energiesparlampen berücksichtigt. Strompreiserhöhungen sind nicht mit eingerechnet.

Kosten von Lampen in 10 Jahren

Bei den Berechnungen wurden die durchschnittlichen Arbeitspreise von zurzeit 26 Cent pro Kilowattstunde zu Grunde gelegt, Ihr Grundpreis wurde nicht berücksichtigt – denn diesen müssen Sie ohnehin zahlen.