Heizen mit Wärmepumpe ist klimafreundlich – wenn die Bedingungen stimmen

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Wärmepumpenheizungen nutzen erneuerbare Energie. Der Umstieg auf solche Systeme kann auch in Bestandsgebäuden sinnvoll sein. Fürs Klima lohnt er sich aber nur, wenn einige Bedingungen erfüllt sind.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Wärmepumpenheizung eignet sich nur für Häuser mit gutem Wärmeschutz. Wer ungedämmte Wände hat, kann eine Wärmepumpe nicht günstig und klimafreundlich nutzen.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen, die das Grundwasser nutzen, haben die beste Energiebilanz. Häufiger zum Einsatz kommen aber die ebenfalls sehr effizienten Erdwärmepumpen. Die am wenigsten aufwändigen Luftwärmepumpen haben im Schnitt die schlechteste Bilanz, können bei richtiger Planung aber auch effizient sein.
  • Bei der konkreten Planung unterstützt Sie unsere Checkliste. Denn neben der Jahresarbeitszahl, dem richtigen Kältemittel und der passenden Leistungsgröße sind noch einige andere Punkte zu beachten.
Eine Wärmepumpe an der aüßeren Hauswand im Garten
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Welche Voraussetzungen muss ein Haus erfüllen, damit eine Wärmepumpe sinnvoll ist?

Im Neubau sind elektrische Wärmepumpen heute die am häufigsten installierte Heizungsart. Die Technik ist breit erprobt und hat klare Vorzüge. Auch im Altbau und anderen bereits bestehenden Gebäuden können Wärmepumpen sparsam und klimafreundlich laufen. Doch wer auf eine Wärmepumpe umsteigen möchte, muss erst wichtige Voraussetzungen schaffen. Sonst benötigt die Heizung zu viel Strom und bringt weder dem Klima noch dem Konto einen Vorteil.

Eine Wärmepumpe kann vom Stromverbrauch her nur dann vorteilhafter sein als andere Heizungsarten, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  1. Guter Wärmeschutz des Gebäudes: Zum Beispiel durch Dämmung und moderne Fenster. Geht zu viel Wärme ungenutzt verloren, kann der Bedarf nur teuer oder gar nicht durch das Heizsystem gedeckt werden.
  2. Große Heizkörper: Am besten eine Fußbodenheizung oder eine Wandheizung. Nur so reichen vergleichsweise geringe Temperaturen des Heizwassers, um das Haus zu erwärmen.

Viele Gebäude müssen deshalb vor dem Umstieg erst energetisch saniert werden. Wenn Sie über den Wechsel zur Wärmepumpe nachdenken, sollten Sie sich deshalb zur Energiebilanz des ganzen Hauses beraten lassen, bevor ein Heizungsfachbetrieb ins Spiel kommt. Auch die benötigte Heizleistung kann hier vorab ermittelt werden. Ein besonnenes Vorgehen vermeidet Fehlinvestitionen und unnötige Folgekosten.


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Sind Wärmepumpenheizungen klimafreundlich?

Wärmepumpenheizungen können klimafreundlich sein, doch es kommt auf die einzelne Anlage an. Wärmepumpen gewinnen Wärme aus der Umgebungsluft, dem Grundwasser oder dem Erdreich. Diese Nutzung erneuerbarer Energien allein macht ein System aber noch nicht klimafreundlich. Denn Wärmepumpen brauchen auch viel Strom. Und Strom kommt immer noch zum großen Teil aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken. Entscheidend ist deshalb, dass mit möglichst wenig Strom möglichst viel Wärme gewonnen wird. Oder anders gesagt: dass die Wärmepumpe effizient läuft. Je effizienter eine Wärmepumpe arbeitet, desto höher ist ihre sogenannte Jahresarbeitszahl. Nur wenn die Jahresarbeitszahl größer ist als 3, ist eine Wärmepumpe derzeit eine sinnvolle Alternative zu anderen Heizungen.

Je mehr Strom aus Wind- und Sonnenkraft und anderen erneuerbaren Energien künftig in den allgemeinen Strommix einfließt, desto klimafreundlicher wird jede Wärmepumpe. Die eigene Wärmepumpe heute mit Ökostrom zu betreiben, ändert aber leider an ihrer tatsächlichen Klimabilanz in aller Regel nichts. Denn nur sorgfältig ausgewählte Ökostromtarife führen dazu, dass in Deutschland mehr grüner Strom produziert wird.

Für eine möglichst hohe Effizienz sind viele Stellschrauben zu beachten, die im Abschnitt Wichtige Größen für die konkrete Planung aufgeführt sind.

Wie funktionieren Wärmepumpen eigentlich?

 

Die Wärmepumpe ist ein umgekehrter Kühlschrank

Ganz gleich, wie Sie heizen: Eine Wärmepumpe haben Sie mit Sicherheit zu Hause, denn sie ist das Herz jedes Kühlschranks. Dort kühlt sie den Innenraum, indem sie Wärme hinaus befördert. Als Transportmittel dient ein Kältemittel in einem Leitungssystem. Über die Rohre auf der Hinterseite gibt das Gerät die Wärme an die Raumluft ab.

Funktionsweise einer Wärmepumpe
Quelle: Verbraucherzentrale NRW

Die Wärmepumpe befördert Wärme aus der Außenluft, dem Grundwasser oder dem Erdreich ins Haus herein. Auch hier ist ein Kältemittel in einem Rohrsystem das Transportmittel. Dieses wird im Kreislauf verdichtet, um die Temperatur von zum Beispiel 7 Grad im Erdreich deutlich zu steigern auf zum Beispiel 45 Grad Vorlauftemperatur der Heizung. Bei Abgabe der Wärme wird das Mittel wieder entspannt. Für diese Verdichtung braucht eine elektrische Wärmepumpe Strom.

Wird im Haus mehr Wärme benötigt, als die Wärmepumpe aktuell fördern kann, springt in der Regel ein Zusatz-Heizstab ein. Dieser erwärmt das Wasser im Heizkreislauf direkt elektrisch. Das treibt den Stromverbrauch des Systems stark in die Höhe. Die Wärmepumpenheizung sollte deshalb so geplant sein, dass der Heizstab möglichst selten oder am besten gar nicht einspringen muss.

Luftwärmepumpen, Grundwasserwärmepumpen, Erdwärmepumpen – wo sind die Unterschiede?

Es gibt drei Arten von Wärmepumpenheizungen: Luftwärmepumpen, Grundwasserwärmepumpen und Erdwärmepumpen. Letztere werden auch als Solewärmepumpen bezeichnet. Da die Wärme am Ende in aller Regel in Heizwasser übertragen wird, ist oft auch die Rede von Luft-Wasser-Wärmepumpen, Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen.

Grundsätzlich können alle drei Arten auch für bestehende Gebäude eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich aber deutlich in Effizienz, Installationsaufwand, Kosten und anderen Punkten. Und nicht alle Wärmepumpenarten sind auf allen Grundstücken umsetzbar.

Am meisten Wärme pro Kilowattstunde Strom können Wasser-Wasser-Wärmepumpen liefern. Dann folgen Erdwärmepumpen. Luftwärmepumpen haben theoretisch die geringste Effizienz. Wie effizient eine Anlage aber letzten Endes wirklich ist, hängt von vielen weiteren Faktoren ab.

Grundwasserwärmepumpe

Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen das Grundwasser als Wärmequelle. Das Grundwasser ist auch im Winter selten kälter als 10 Grad Celsius. Dadurch können diese Systeme vergleichsweise effizient arbeiten.

Wenn Sie das Grundwasser als Wärmequelle nutzen möchten, müssen Sie zwei Brunnen bohren lassen: Aus einem wird das Wasser zum Wärmetauscher der Heizung geführt (Förderbrunnen bzw. Saugbrunnen). Durch den anderen fließt es zurück ins Grundwasser (Schluckbrunnen).

Diese Brunnenbohrungen sind genehmigungspflichtig und nicht überall erlaubt. In Wasserschutzgebieten kann die Genehmigung zum Beispiel verweigert werden werden.

Außerdem kann die chemische Zusammensetzung des Grundwassers eine Nutzung als Wärmequelle vereiteln. Ist etwa viel Eisen oder Mangan enthalten, drohen Filter zu verstopfen. Das nennt sich Verockerung. Dann scheidet eine Wasseer-Wasser-Wärmepumpe aus.

Informationen zu diesen Punkten und zu Genehmigungen erhalten Sie bei den örtlichen Unteren Wasserbehörden. Diese sind jeweils auf Ebene der Kreise bzw. kreisfreien Städte angesiedelt

Erd- bzw. Solewärmepumpe

Erdwärmepumpen können nicht die theoretischen Spitzenwerte der Effizienz von Grundwasserwärmepumpen erreichen, arbeiten aber auch relativ sparsam. Denn die Temperaturen im Erdreich sind in den Wintermonaten ebenfalls nicht besonders niedrig und schwanken jahreszeitlich kaum. Um dem Erdboden Wärme abzugewinnen, kann entweder in die Tiefe gebohrt werden, oder es werden Kollektoren oberflächennah auf großen Flächen vergraben.

Nicht allen Böden lässt sich genug Wärme entziehen. Es hängt sehr stark von der Zusammensetzung des Bodens ab. Einen Eindruck davon, wie gut sich der Boden an Ihrem Haus für eine Erdwärmepumpe eignet, erhalten Sie unter www.geothermie.nrw.de.

Erdwärmesonde: Die Sonde ist ein U-förmiges, dünnes Rohr, das durch ein Bohrloch bis zu 100 Meter tief in den Boden getrieben wird. In der Sonde als Wärmetauscher fließt das Kältemittel, das die Umgebungswärme aufnimmt und zur Heizung befördert.

Je mehr Wärme ein Haus braucht, desto tiefer muss gebohrt werden oder desto mehr parallel arbeitende Sonden müssen eingesetzt werden. Als grobe Orientierung sind circa 20 Meter pro Kilowatt Heizleistung zu veranschlagen.

Die für Sonden erforderlichen Bohrungen sind nicht überall erlaubt. Manche Gesteinsformationen sind dafür zu instabil. Informationen und Genehmigungen gibt es bei der für Sie zuständigen Unteren Wasserbehörde.

Erdwärmekollektor: Kollektoren sind ebenfalls dünne Rohre, in denen Kältemittel fließt. Doch sie werden in der Fläche verlegt, nur etwa bis zu 2 Meter unter der Erdoberfläche. Hier gilt: Je mehr Wärme benötigt wird, desto mehr Fläche müssen auch die Kollektoren abdecken. Als grobe Faustformel sind rund 40 Quadratmeter pro Kilowatt Heizleistung anzunehmen.

Weil für Erdwärmekollektoren große Flächen aufgegraben werden müssen, sind diese selten die erste Wahl für einen Altbau.

Wer aus Kostengründen an der Länge der Sonde oder der Fläche des Kollektors spart, spart am falschen Ende. Denn wenn die Wärmequelle zu klein ist, kühlt das Erdreich immer stärker aus. In der Folge sinken Leistung und Effizienz der Heizung. Das heißt: Das Haus wird nicht mehr richtig warm, und die Stromkosten steigen. Abhilfe schafft dann nur eine Erweiterung der Wärmequelle, etwa durch eine zusätzliche Sonde. Und das ist deutlich teurer als eine von Anfang an richtig ausgelegte Wärmequelle.

Luftwärmepumpe

Luftwärmepumpen gewinnen auch aus der kalten Winterluft noch Wärme. Im Vergleich zu den anderen Systemen sind sie weniger aufwändig und können überall umgesetzt werden. Das macht sie beliebt. Allerdings sind sie auch weniger effizient als beim Heizen mit Erwärme oder Wasser. Im Winter ist die Temperatur der Außenluft erheblich geringer als die Temperatur im Erdboden oder im Grundwasser. Da die Luft nur wenig Energie enthält, müssen die Ventilatoren der Anlage große Luftmengen am Wärmetauscher vorbeiführen. Das verursacht Geräusche, die unterschiedlich laut ausfallen. Daher spielen richtige Planung und der Aufstellort eine wichtige Rolle für den Schallschutz.

Hybridheizungen

Wenn eine Luftwärmepumpe absehbar nicht immer die benötigte Heizleistung erbringt, kann sie mit einem zweiten Wärmeerzeuger kombiniert werden. So entsteht eine Hybridheizung mit Wärmepumpe und zum Beispiel Gas-Brennwertkessel. Ein solches System mit zwei verschiedenen Wärmeerzeugern nennt man auch „bivalent“. Dabei können beide Elemente in einem Kombigerät vereint sein oder einzeln bestehen. In jedem Fall sind sie verbunden durch eine gemeinsame Steuerung.

In der Praxis sorgt dann die Wärmepumpe für eine Grundleistung. Der andere Wärmeerzeuger springt zum Beispiel ein, wenn bei besonders niedrigen Außentemperaturen zeitweise sehr hoher Heizbedarf besteht. Oder wenn Warmwasser benötigt wird.

Eine intelligente Steuerung regelt die Hybridheizung vollautomatisch. Dabei können Sie wählen, ob das Ziel der jeweils momentan finanziell günstigste Betrieb ist oder derjenige mit dem geringsten CO2-Ausstoß.

Es kann ein wirtschaftlich sinnvoller Schritt sein, eine bestehende Gas-, Öl- oder Pelletheizung durch eine Luftwärmepumpe zu einem solchen Hybridsystem zu ergänzen.

Brauchwasserwärmepumpe

Eine besondere Form der Hybridheizung ist die Brauchwasserwärmepumpe, auch Warmwasserwärmepumpe genannt: Hier wird eine kleine Luftwärmepumpe mit einem bestehenden Heizkessel kombiniert und ist dann nur für die Wasserbereitung zuständig. Ein Vorteil solcher Systeme ist, dass die eigentliche Heizung in den wärmeren Monaten des Jahres lange ausgeschaltet bleiben kann. Das bedeutet mehr Einsatz von erneuerbaren Energien und schont das Heizungssystem.

Kosten für Anschaffung und Betrieb

Für die Kosten lassen sich nur Richtwerte angeben, die eine ungefähre Orientierung bieten. Die konkreten Kosten für eine einzelne Anlage hängen von vielen Faktoren ab.

  1. Für eine Luftwärmepumpe werden inklusive Installation rund 12.000 bis 14.000 Euro fällig.
  2. Bei einer Erdwärmepumpe kostet das Aggregat selbst rund 9.000 bis 11.000 Euro. Für Sonden ist zusätzlich mit rund 50 bis 75 Euro pro Meter Bohrtiefe zu rechnen, in Gegenden mit stark gesteinshaltigem Untergrund etwa im Süden Deutschlands können es auch 100 Euro pro Meter werden. Für Erdkollektoren ist zusätzlich mit etwa 25 Euro pro Quadratmeter zu rechnen. Hier ist teilweise Eigenleistung möglich, um diese Kosten zu senken.
  3. Für eine Grundwasserwärmepumpe fallen 9.000 bis 12.000 Euro für das Gerät an sowie Erschließungskosten von 4.000 bis 7.000 Euro.
  4. Für eine Hybridwärmepumpe sind die Kosten sehr schwer pauschal anzugeben. Es kommt unter anderem darauf an, ob ein bestehender Kessel weitergenutzt, oder ein neues Kombigerät angeschafft wird. Mit mindestens 2.000 Euro für den Wärmepumpen-Teil plus gegebenenfalls Erschließungskosten ist aber in jedem Fall zu rechnen.
  5. Für eine Brauchwasserwärmepumpe müssen Sie mit etwa 3.000 bis 4.000 Euro rechnen.

Holen Sie bei Investitionen dieser Größenordnung auf jeden Fall mehrere Angebote ein. Sonst zahlen Sie womöglich unnötig viel.

Der Stromverbrauch und damit ein großer Teil der Betriebskosten hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen neben dem gewählten Modell etwa die Außentemperaturen und die Anpassung der Wärmequelle an Ihren tatsächlichen Heizbedarf. Dementsprechend variieren die Werte stark.

Einen Richtwert für Ihre Stromkosten erhalten Sie wie folgt: Entnehmen Sie zum Beispiel Ihrer bisherigen Öl- oder Gasrechnung Ihren Heizwärmebedarf in kWh. Bei Gas steht gleich ein Wert in dieser Einheit auf der Rechnung, beim Öl müssen Sie die Zahl der Liter noch mit zehn malnehmen, um einen ungefähren Kilowattstundenwert zu erhalten. Weitere Wege, Ihren Heizbedarf annäherungsweise zu ermitteln, finden Sie im Internet. Teilen Sie nun Ihren Heizbedarfswert durch die erwartete Jahresarbeitszahl – und erhalten Sie so den voraussichtlichen Stromverbrauch für die Wärmepumpe.

Schließen Sie für die Wärmepumpe einen eigenen Stromvertrag ab und wählen einen speziellen Heizstromtarif. Dieser ist günstiger als ein normaler Haushaltsstromtarif. Im Schnitt werden 22 Cent statt der sonst üblichen 26 Cent pro Kilowattstunde fällig. Wie beim Haushaltsstrom gilt aber auch hier: verfügbare Angebote gut prüfen und vergleichen, um langfristig günstige Preise zu zahlen.

Die Wartungskosten sind bei reinen Wärmepumpen geringer als bei anderen Heizungen. Empfohlen wird für alle Wärmepumpen jährlich bis alle zwei Jahre eine Kontrolle der mechanischen Bauteile und die Überprüfung von Dichtheit, Druck und Temperatur. Für diese Routineaufgaben und -maßnahmen ist jährlich mit etwa 100 Euro zu rechnen, hinzu kommen Arbeits- und Fahrtstunden der Handwerker. Der Besuch des Schornsteinfegers entfällt bei reinen Wärmepumpensystemen komplett.

Viele Betriebe bieten einen Vollwartungsvertrag zu Festpreisen an. Prüfen Sie bei solchen Angeboten genau, ob die vorgeschriebenen und empfohlenen Maßnahmen komplett enthalten sind.

 

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Fördermittel

Staatliche Stellen fördern den Einbau von Wärmepumpen mit Zuschüssen und günstigen Krediten. Wichtigster Ansprechpartner auf Bundesebene ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA. Es gewährt abhängig von Art und Leistung der Wärmepumpe unterschiedlich hohe Zuschüsse und pflegt eine Liste mit förderfähigen Modellen. Eine weitere Anlaufstelle ist die KfW-Bank, die in einigen Programmen günstige Kredite, teils mit Tilgungszuschuss vergibt. Manche dieser finanziellen Hilfen sind mit den BAFA-Zuschüssen kombinierbar.

Für Bohrungen und Kollektoren gibt es teilweise auf Landesebene weitere, kombinierbare Förderungen. Vereinzelt fördern auch Kommunen und Energieversorger effiziente Wärmepumpen – nachfragen lohnt sich

Voraussetzung für viele Förderungen ist ein bestimmtes Maß an Effizienz der Anlage. Hierzu werden Jahresarbeitszahlen vorgegeben, die das System mindestens erreichen muss. Wichtig: Anträge müssen immer vor Beginn einer Maßnahme gestellt werden. Informieren Sie sich also rechtzeitig über die passende Förderung und mögliche Kombinationen. Hilfestellung dabei gibt zum Beispiel die Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Wichtige Größen

Folgende Größen, Werte, Hilfsmittel und Ziele sollten Sie kennen, wenn Sie sich mit der Planung einer eigenen Wärmepumpe auseinandersetzen. Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei, die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl und Bestellung einer Wärmepumpe im Auge zu behalten.

Jahresarbeitszahl (JAZ) und Effizienz

Wie effizient eine Wärmepumpe ist, zeigt am besten die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie beschreibt, wie viele Einheiten Wärme die Heizung im Jahresschnitt mit einer eingesetzten Einheit Energie gewinnt.

Die JAZ 4 bedeutet zum Beispiel, dass die Wärmepumpe pro Kilowattstunde Strom im Schnitt 4 Kilowattstunden Wärme ans Haus abgibt. Je höher die JAZ ist, desto besser. Zum Vergleich: Eine Wärmepumpe mit der JAZ 3 erreicht ungefähr die Effizienz eines Gasbrennwertkessels.

Die JAZ, die der Hersteller angibt, beruht auf Messungen unter Laborbedingungen. Wie effizient und damit klimafreundlich eine Wärmepumpenheizung wirklich ist, hängt von den echten Rahmenbedingungen und der Nutzung ab. In den meisten Fällen erreichen die Geräte die Laborwerte in der Praxis nicht.

Erst ab einer JAZ von mindestens 3 kann eine Wärmepumpe aktuell als effizient gelten. Denn erst mit dieser Bilanz macht sie die Umwandlungsverluste wett, die bei der Stromerzeugung entstehen. Studien und Feldtests haben gezeigt, dass trotzdem immer noch einige Geräte, besonders Luftwärmepumpen, nur schlechtere JAZ erreichen. Entscheidend ist daher, dass Sie sich vorab genau beraten lassen, welche Wärmequelle und welcher Leistungsbereich für Ihr individuelles Haus und Ihren Wärmebedarf optimal sind. Nach dem Einbau der Wärmepumpe sollten Sie die Jahresarbeitszahl im Blick behalten. Denn zum Beispiel durch Einstellungen an der Regelung oder das Abschalten des Heizstabs lässt sich teils noch nachsteuern.

Typische Faktoren, die die Effizienz schmälern:

  • Die Wärmequelle wird für den Heizbedarf von Anfang an zu klein ausgelegt
  • Die Heizkörper sind zu klein, so dass zu hohe Vorlauftemperaturen benötigt werden
  • Der Warmwasserbedarf ist höher als erwartet
  • Die Bewohnerinnen und Bewohner heizen mehr, als bei der Planung angenommen
  • Fachbetrieb stellt die Heizung nicht richtig ein
  • Ältere Umwälzpumpen im System entpuppen sich als Stromschlucker
Tatsächliche JAZ von Wärmepumpen
Grundwasserwärmepumpen sind die effizientesten Wärmepumpen.
Wie sparsam eine Anlage aber genau arbeitet, hängt von vielen Bedingungen ab.
Quelle: Verbraucherzentrale NRW

Leistungszahl (COP)

Nicht so aussagekräftig wie die JAZ aber oftmals angegeben ist die Leistungszahl (abgekürzt COP, vom englischen coefficient of performance). Sie benennt ebenfalls das Verhältnis von eingesetzter Energie und gewonnener Wärme. Die Leistungszahl stellt eine Momentaufnahme dar und bezieht sich immer nur auf eine bestimmte Kombination von Rahmenbedingungen. Die Jahresarbeitszahl hingegen berücksichtigt die sich ändernden Bedingungen im Jahresverlauf.

Üblich sind heute Wärmepumpen mit sogenannter Invertertechnik, die die Effizienz steigert. Diese Geräte laufen bei geringem Heizwärmebedarf mit verringerter Leistung und sparen so Energie. Darüber hinaus verlängert die Technik die Lebensdauer der Heizung und sorgt für mehr Laufruhe und ein an den Bedarf der Bewohner angepasstes Heizen. Achten Sie darauf, ein Gerät mit Invertertechnik zu kaufen.

Wärmemengenzähler

Lassen Sie unbedingt einen Wärmemengenzähler für die Wärmpumpe einbauen. Nur so können Sie überprüfen, ob Ihr System effizient läuft, und gegebenenfalls nachsteuern. Sparen Sie nicht an den rund 150 Euro, die dafür zu veranschlagen sind. Auch für Fördermittel ist ein solcher Zähler Voraussetzung.

Der Wärmemengenzähler zeigt Ihnen in Kilowattstunden an, wie viel Wärme die Wärmepumpe ans Haus abgegeben hat. Wenn Sie diesen Wert durch ihren Stromverbrauch im selben Zeitraum teilen, erhalten Sie Ihre Jahresarbeitszahl. Ist die Jahresarbeitszahl deutlich niedriger als erwartet, sollten Sie nach den Ursachen suchen und mithilfe Ihres Fachbetriebs möglichst gegensteuern.

Größe der Wärmequelle

Vor allem bei Erdwärmepumpen besteht die Gefahr, dass die Wärmequelle zu klein geplant wird. Dann muss unnötig oft der Heizstab einspringen und treibt die Stromkosten in die Höhe. Deshalb gilt: Betrachten Sie den eigenen Heizbedarf realistisch und planen Sie eher ein wenig großzügiger als zu klein.

Pufferspeicher

Ein Pufferspeicher kann erzeugte Wärme zwischenspeichern. Das empfiehlt sich in der Regel, denn der Netzbetreiber kann die Wärmepumpe stundenweise vom Netz nehmen. Die Zwischenspeicherung überbrückt diese Zeit. Außerdem schonen die Pausenzeiten die Anlage. Bei Hybridheizungen ist ein Pufferspeicher unverzichtbar. Allerdings entstehen durch die Zwischenspeicherung immer auch Energieverluste. Bei reinen Wärmepumpenheizungen mit Invertertechnik kann auch das Leitungssystem der Wand- oder Fußbodenheizungen für die Zwischenspeicherung reichen. Dann entstehen keine Verluste. Lassen Sie sich hierzu beraten.

Hilfreiche Label

Eine Orientierung bei der Entscheidung für eine bestimmte Wärmepumpe ist das Gütesiegel der EHPA, der Europäischen Wärmepumpenvereinigung. Geräte mit dem Siegel erfüllen bestimmte technische Anforderungen. Zudem gibt der Hersteller eine zweijährige Vollgarantie, bietet einen 24-Stunden-Service an und garantiert, dass zehn Jahre lang Ersatzteile verfügbar sind.

Das Energieeffizienz-Heizungslabel hilft hingegen nur begrenzt bei der Auswahl des richtigen Geräts. Alle vergleichbaren Wärmepumpen erreichen die beste Effizienzklasse. Allerdings können die Angaben zum Stromverbrauch und zur Lautstärke bei der Entscheidung hilfreich sein.

Das richtige Kältemittel

Das Kältemittel transportiert die Wärmeenergie im Leitungssystem der Wärmepumpenheizung. Die richtige Wahl ist sehr wichtig für den Effekt der Heizung auf das Klima. Denn im Laufe der Zeit oder bei der Befüllung kann Kältemittel aus dem System austreten. Manche dieser Chemikalien verstärken in der Atmosphäre den Treibhauseffekt enorm. Sie beschleunigen also die Erderwärmung, die durch CO2-Einsparungen ja gebremst werden soll. Das sogenannte GWP (kurz für englisch: „Global Warming Potential“, deutsch „Erderwärmungspotenzial“) vieler dieser Mittel ist um mehrere Tausend Mal höher als das derselben Menge CO2. Einzelne Kältemittel werden deshalb bereits nach und nach verboten.

Bestellen Sie ausdrücklich eine Wärmepumpe mit einem Kältemittel mit niedrigem GWP-Wert! Das sind häufig natürliche Substanzen wie zum Beispiel Propan. Es gibt aber auch künstliche Stoffe mit geringem GWP-Wert. Je geringer der Wert, desto klimafreundlicher ist die Wärmepumpe.

Muss eine Wärmepumpe genehmigt werden?

Für eine Luftwärmpumpe brauchen Sie keine Genehmigung. Nutzen Sie aber Grundwasser oder Erdreich als Wärmequelle, sollten Sie vorab prüfen, wo und wie Genehmigungen einzuholen sind. Je nach Lage des Grundstücks und angestrebter Bauart gelten verschiedene Vorschriften. Ansprechpartner sind die Unteren Wasserbehörden, die auf der Ebene der Kreise beziehungsweise der kreisfreien Städte angesiedelt sind. Die Anträge kann auch ein von Ihnen beauftragter Betrieb für Sie vorbereiten. Am besten machen Sie diesen Schritt zum Teil des Vertrags mit dem planenden oder ausführenden Unternehmen.

Beim Betreiber des örtlichen Stromnetzes müssen Sie den Betrieb einer Wärmepumpe anmelden. Das ist auch Voraussetzung, damit Sie einen Heizstromtarif nutzen können. Um den Stromverbrauch der Heizung zu ermitteln, bekommt diese auch einen zusätzlichen Zähler. Mit der Installation und dem Betrieb dieses Zählers können Sie auch einen anderen Messstellenbetreiber als den örtlichen Netzbetreiber beauftragen.

Machen Wärmepumpen Lärm?

Bei Grundwasser- und Erdwärmepumpen sind keine Lärmprobleme zu erwarten.

Luftwärmepumpen verursachen mit ihren großen Ventilatoren Geräusche. Diese Geräusche können zum Beispiel Nachbarn stören, aber auch Sie selbst. Und zwar auch dann, wenn die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Zwar sind die Geräte in den vergangenen Jahren immer leiser geworden. Doch um Problemen vorzubeugen, sollten Sie zwei Punkte beachten:

  • Achten Sie bei der Entscheidung für ein konkretes Modell auf den Schallausstoß. Ein Messwert dazu ist auf dem Effizienzlabel jedes Geräts angegeben. Der Durchschnitt liegt etwa bei 50 dB (Dezibel), es gibt aber auch Geräte mit 30 dB. Moderne Geräte haben zudem teils einen besonders leisen Nachtmodus.
  • Ermitteln Sie zusammen mit dem Fachbetrieb den optimalen Aufstellort. Dabei geht es nicht nur um den Abstand zum Beispiel vom Nachbarhaus. Auch die günstige Schallabsorption zum Beispiel durch Hecken ist einzubeziehen. Und genauso die nachteilige Schallreflexion an Hauswänden. Sprechen Sie hierüber in der Planung auf jeden Fall detailliert. Nachträglich lassen sich störende Geräusche nicht mehr oder nur schwierig beheben.

Kann eine Wärmepumpenheizung auch als Klimaanlage funktionieren?

Manche Wärmepumpen können im Sommer auch zum Kühlen eingesetzt werden. Sie schicken dann kaltes Heizwasser durch das Leitungssystem der Heizung. Dadurch wird zum Beispiel bei einer Fußbodenheizung der Boden gekühlt. Damit kein Kondenswasser entsteht, darf die Temperatur 20 Grad nicht unterschreiten. Wenn Sie diese Funktion nutzen möchten, sollten Sie dies im Vorfeld klären. Sie benötigen dann eine Anlage mit reversibler Funktionsweise sowie passende Heizkörper bzw. -flächen. Bei bestehenden Anlagen kann die Kühlfunktion unter manchen Umständen auch nachgerüstet werden.

Durch die Kühlungsfunktion steigt der Stromverbrauch der Wärmepumpe und die Klimabilanz verschlechtert sich. Wer dennoch nicht auf Kühlung verzichten möchte oder kann, arbeitet allerdings mit der Wärmepumpe immer noch effizienter als mit einer separaten Klimaanlage. Am besten geeignet sind Grundwasser- und Erdwärmepumpen. Am klimaschonendsten kühlt, wer den Strom für die Kühlung durch die Wärmepumpe aus der eigenen Photovoltaikanlage bezieht.

Gibt es günstigen Strom für Wärmepumpen?

Wärmepumpen betreiben Sie nicht mit normalem Haushaltsstrom, sondern mit speziellen Tarifen. Wie Sie einen günstigen Tarif finden, erklären wir für Sie in einem separaten Artikel.

Kann eine Wärmepumpe mit Sonnenenergie betrieben werden?

Eine Photovoltaikanlage kann unter guten Bedingungen einen spürbaren Anteil des Stroms für die Wärmepumpe liefern. Der Strom vom eigenen Dach ist günstiger als der Strom aus dem Netz, senkt also die Heizkosten.

Wie hoch dieser Anteil ausfällt, ist allerdings von vielen Punkten abhängig und muss im Einzelfall berechnet werden. Klar ist aber, dass der Strom aus einer üblichen Solaranlage auf dem Einfamilienhaus nicht annähernd reicht, um die Wärmepumpenheizung allein zu betreiben. Denn die meiste Heizleistung wird schließlich im Winter benötigt – also genau dann, wenn die geringsten Solarerträge zu erwarten sind.

In jedem Fall steigert die Einbindung einer Wärmepumpe die Rendite einer Solarstromanlage. Denn so kann mehr erzeugter Strom selbst genutzt werden. Und dieser Eigenverbrauch ist lukrativer als die Einspeisung ins Netz.

Damit der Solarstrom immer sinnvoll zur Heizung, zu den anderen Geräten im Haushalt und ins Netz verteilt wird, benötigen Sie ein Energiemanagementsystem. Das wird in der Regel an den Wechselrichter angeschlossen und übernimmt die Steuerung des Stromflusses.

Wenn Sie eigenen Solarstrom nutzen, können Sie unter Umständen keinen vergünstigten Heizstrom beziehen.

Denn die Photovoltaikanlage speist Strom sinnvollerweise in das allgemeine Haushaltsnetz ein, nicht ausschließlich in die Heizung. Dann nutzen Wärmepumpe und alle anderen elektrischen Geräte aber auch beim zugekauften Netzstrom denselben Tarif– im Regelfall also den teureren Haushaltsstrom. Manche Stromanbieter bieten für solche Fälle auch einen etwas günstigeren Mischtarif an. Sollte dies nicht der Fall sein, sollten Sie genau errechnen, was den größeren wirtschaftlichen Vorteil bringt ist: die Nutzung des Wärmepumpentarifs oder die Einsparung durch die Nutzung Ihres eigenen Solarstroms.

Solarthermische Anlagen und die Wärmerückgewinnung aus Lüftungsanlagen können genauso gut mit Wärmepumpen kombiniert werden, wie mit anderen Heizungen auch.

Insgesamt ist für die sinnvolle Kopplung von Sonnenenergie und Wärmepumpe eine sehr sorgfältige Planung unerlässlich. Eine unabhängige Beratung vorab ist sehr empfehlenswert.