Viagogo setzt Verbraucher künstlich unter Kaufdruck

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Mit einer dreisten Masche versucht die Ticketbörse Viagogo, Verbraucher zu einem schnellen Kauf zu verleiten. Laut Verbraucherzentrale Bayern gaukelt das Portal mit verschiedenen animierten Grafiken eine große Knappheit an Tickets vor. Viagogo erwecke damit den Eindruck, zahlreiche weitere Interessenten bemühten sich um die Eintrittskarten. Gleichzeitig sind auf dem Erstmarkt oft noch Tickets erhältlich. „Trotz der künstlich erzeugten Hektik auf der Viagogo-Seite sollten Verbraucher sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und auch auf anderen Seiten suchen“, rät Tatjana Halm, Referatsleiterin Markt und Recht bei der Verbraucherzentrale Bayern. „Der Viagogo-Preis ist oft um ein Vielfaches höher als der Originalpreis. Daran kann der Verbraucher erkennen, dass er sich nicht bei dem offiziellen Vorverkauf befindet“, so die Juristin weiter. Auch der Bundesrat hat sich dieser Problematik angenommen und will Verbraucher vor unnötigem Verkaufsdruck schützen. Mit einer Bundesratsinitiative (Drucksache 603/1/18) regt er an zu prüfen, ob wegen unwahrer Aussagen über die Verfügbarkeit von Angeboten eine gesetzliche Änderung erforderlich ist.

Mit welchen weiteren Maschen Viagogo arbeitet, hat eine ZDF-Reportage offengelegt. Die Reporter fanden unter anderem heraus, dass Eintrittskarten von sogenannten Ticketbrokern dem Erstmarkt in großem Stil entzogen werden. Fans haben so kaum noch eine Chance, Tickets zum Originalpreis zu kaufen. Damit wird der Schwarzmarkt befeuert und die Tickets lassen sich später deutlich teurer auf Viagogo verkaufen. „Diese und weitere miese Tricks der Ticketbörse dokumentiert das ZDF in einer halbstündigen Sendung“, so Tatjana Halm. Der Beitrag ist zu sehen auf zdf.de unter dem Suchwort „Die Ticketdealer“.

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