Experten-Interview: Vergleichsportale – Was leisten sie wirklich?

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Darauf sollte man bei Vermittlungsplattformen achten
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Versicherungen, Stromanbieter, Internet- und Telefonverträge: Viele Anbieter und noch mehr Tarife stehen zur Auswahl. Oft nutzen Verbraucherinnen und Verbraucher Vergleichsportale als Entscheidungshilfe. Doch bekommt man hier wirklich das beste Angebot? Tatjana Halm, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern, klärt auf.

Frau Halm, kann ich über ein Vergleichsportal wirklich das günstigste Angebot finden?

Vergleichsportale bieten durchaus die Möglichkeit, sich über die Vielfalt der Angebote zu informieren. Um aber das wirklich beste Angebot oder den günstigen Preis zu finden, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher einige Punkte berücksichtigen. Nutzer sollten zunächst die Sortierung des Rankings überprüfen. Die Ergebnisse werden häufig nicht nach dem Preis, sondern nach einer scheinbaren Empfehlung des Portals aufgelistet. In den von den Vergleichsportalen empfohlenen Angeboten versteckt sich aber gerne eine Provision für die Betreiber. Diese höheren Kosten bleiben dann aufgrund der Sortierung unerkannt.

Verbraucher sollten auch auf keinen Fall gleich das erste Angebot auswählen. Hierbei handelt es sich meist um die sogenannte Position 0, in der sich kein Angebot mit Blick auf die Suche befindet, sondern eine passende Werbeanzeige.

Wer ein Angebot in die engere Auswahl genommen hat, sollte außerdem die Bedingungen genau sichten. Möglicherweise ergeben sich Folgekosten, zum Beispiel spätere Preissteigerungen. Oder ein Neukundenbonus wird in das Angebot eingerechnet, obwohl er nur im ersten Vertragsjahr gewährt wird.  

Kann man sich darauf verlassen, dass die Portale eine vollständige Auswahl an Anbietern und Angeboten anzeigen?

Nein, das ist leider nicht so. Den Nutzern muss klar sein, dass sie auf den Portalen keine vollständige Marktübersicht finden. Das liegt an den Geschäftsmodellen der Portale. Oft werden nur Unternehmen, die Provisionen an die Portale zahlen, gelistet. So kann es passieren, dass namhafte Anbie-ter in den Ergebnislisten gar nicht auftauchen. Ebenso scheint die Höhe von Provisionszahlungen einen Einfluss darauf zu haben, wie weit oben bestimmte Unternehmen im Ranking angezeigt werden. Das führt dazu, dass Verbraucher für sie bessere Angebote möglicherweise nicht wahrnehmen. Hier kommen aber gesetzliche Änderungen auf die Portale zu. Künftig müssen sie über die Faktoren informieren, die Einfluss auf das Ranking haben.

Wie geht man bei der Suche nach dem richtigen Angebot am besten vor?

Verbraucher nutzen bei ihrer Suche am besten mehrere Vergleichsportale, um einen möglichst breiten Überblick zu bekommen. Die Portale sollten jedoch von unterschiedlichen Betreibern angeboten werden. Ist dies nicht der Fall, bekommt man aufgrund von Kooperationen und identischen Datenbanken immer die gleichen Ergebnisse. Es kann sich lohnen zu prüfen, welche Anbieter nicht erscheinen und diese im Hinterkopf behalten. Hat man eine engere Auswahl getroffen, ist oft auch ein Blick auf die Homepage der Anbieter selbst sinnvoll. Manchmal kostet der gleiche Vertrag hier weniger. Diese zusätzlichen Recherchen sind zwar etwas aufwändig, ermöglichen es Verbrauchern aber Geld zu sparen.

Wo können sich Verbraucher zu Vergleichsportalen informieren?

Weitere Tipps können Interessierte unter www.verbraucherzentrale-bayern.de oder im Podcast der Verbraucherzentrale Bayern „Die Verbraucherhelden“ in der Folge „Genau hinschauen bei Vergleichsportalen“ finden.

 

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Ein Gesundheitsgerät neben dem Wort Aufruf in einem Ausrufezeichen.

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