Experten-Interview: Was passiert mit meinen Daten?

Pressemitteilung vom
Frühzeitig um den digitalen Nachlass kümmern
Off

Verträge, Rechnungen, Online-Accounts: Unser Alltag spielt sich zunehmend in der digitalen Welt ab. Doch was passiert, wenn jemand stirbt? Wie können Erben auf wichtige Vertragsunterlagen oder Clouddienste zugreifen. Tatjana Halm, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern, beantwortet Fragen zum Thema digitaler Nachlass.

Frau Halm, was passiert mit den digitalen Daten, wenn jemand stirbt?
Grundsätzlich werden die Daten von Online-Accounts wie geerbte Gegenstände behandelt. Für Hinterbliebene heißt das, sie übernehmen alle Rechte und Pflichten des Verstorbenen. Das bedeutet, sie können auf alle Daten zugreifen, müssen sich aber auch um die Kündigung laufender Abonnements kümmern. Deshalb ist es so wichtig, dass der eigene digitale Nachlass bereits im Voraus geklärt wird.

Können Hinterbliebene einfach auf die Daten zugreifen?
Nach dem Tod bleiben die Daten, also Verträge, Kommunikation in E-Mails und Messaging-Diensten oder Fotos des Verstorbenen in der Cloud beim jeweiligen Anbieter. Erben haben unter Vorlage des Erbscheins das Recht, die Herausgabe der Daten oder die Löschung des Accounts zu verlangen. Dafür müssen die Hinterbliebenen aber erst einmal wissen, wo der Verstorbene überall Konten hatte.

Wie regelt man seinen digitalen Nachlass am besten?
Um Erben den Umgang mit dem digitalen Nachlass zu erleichtern, sollte man eine Übersicht aller Accounts erstellen - inklusive Benutzernamen und Passwörtern. Das kann ein handschriftliches oder getipptes Dokument sein. Die Verbraucherzentralen bieten dafür eine Mustervorlage an. Als digitale Lösung kann ein Passwortmanager verwendet werden. Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher einen USB-Stick verwenden, sollten sie darauf achten, dass dieser nicht verschlüsselt ist. Erben können sonst nicht darauf zugreifen. Ich würde unbedingt empfehlen, die Liste aller Accounts, den USB-Stick oder einzelne wichtige Zugangsdaten in einem Tresor oder Bankschließfach zu verwahren. Zusätzlich ist es ratsam, eine vertraute Person mittels einer Vollmacht als digitalen Nachlassverwalter zu bestimmen. Diese muss sich dann um das digitale Erbe kümmern. Viele digitale Dienstleister wie beispielsweise Google oder Facebook bieten in ihren Einstellungen schon die Möglichkeit, einen Verwalter zu benennen.

Sollte man kommerzielle Anbieter mit der Verwaltung des digitalen Nachlasses beauftragen?
Es gibt einige Anbieter, die solche Services zur Verfügung stellen. Die Sicherheit und Seriosität dieser Dienstleister lässt sich allerdings nur schwer beurteilen. Verbrauchern muss klar sein, dass auf diese Weise viele persönliche Daten an Unbefugte oder ins Ausland gelangen können. Wer sich für diesen Service interessiert, sollte sich vorab eine genaue Übersicht über Leistungen und Kosten geben lassen. Auf keinen Fall dürfen Verbraucher ihre Passwörter an Unternehmen geben. Auch elektronische Geräte wie Computer, Tablets oder Smartphones gibt man besser nicht bei kommerziellen Anbietern ab, um den digitalen Nachlass untersuchen zu lassen. Deshalb ist es empfehlenswert, jemanden aus dem privaten Umfeld zu bestimmen.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Ratgeber-Tipps

Das Vorsorge-Handbuch
Wer sich wünscht, selbstbestimmt zu leben und Entscheidungen zu treffen, und sich wünscht, das auch am Lebensabend zu…
Handbuch Testament
Liegt kein Testament vor, geht das Gesetz davon aus, dass die verstorbene Person ihr Vermögen den nächsten…
Widerruf und Kontaktaufnahme sind nicht möglich

Neue Masche von 1N Telecom: DSL-Vertrag nach Teilnahme an Gewinnspiel

Mit einem gefälschten Online-Gewinnspiel von Aldi lockt das Unternehmen ZooLoo Verbraucher:innen in einen DSL-Vertrag mit der 1N Telecom. Wer teilnimmt, gelangt dann zu einer Auftragsbestätigung für einen Telefontarif des Düsseldorfer Unternehmens. Der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt.
Das Foto zeigt im Vordergrund das Logo der FTI Touristik auf einen Smartphone, im Hintergrund ist die Homepage der FTI Touristik zu sehen

FTI Touristik GmbH ist insolvent – was das für Sie bedeutet

Europas drittgrößter Reiseveranstalter, die FTI Touristik GmbH, ist insolvent. Betroffen sind alle Leistungen und Marken, die Sie direkt bei dem Unternehmen gebucht haben. Was Sie jetzt wissen müssen, falls Sie schon unterwegs sind oder Ihre Reise noch bevor steht.
Fußball-Feier: Deutsche Fußball-Fans beim Public Viewing

Vorsicht vor Fakeshops mit Produkten um die Fußball-EM

Auffällig günstige und sofort verfügbare Trikots und Grills: Vor der Fußball-EM in Deutschland fallen im Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen Shops auf, die nun besonders häufig von Verbraucher:innen gemeldet werden.