Solarthermie für die Heizung bringt doch im Winter nichts, oder?

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„Wer eine Solarthermie-Anlage plant, sollte nicht nur ans Warmwasser, sondern auch an die Heizung denken", rät Energieberaterin Pia Anderer aus Aachen.

Energieberaterin Pia Anderer aus Aachen

"Vor kurzem fragte mich ein Hausbesitzer um Rat, der seine alte Öl-Heizung austauschen wollte. Er wusste auch schon wie: Seine 25 Jahre alte Niedertemperatur-Heizung sollte einem neuem Gas-Brennwertgerät weichen. Das Warmwasser sollte künftig über eine Solarthermieanlage auf dem Dach bereitet werden. Dann könne er zumindest im Sommer die Heizung komplett abschalten, meinte der Verbraucher. Auf die Möglichkeit, dass die Solaranlage auch die Heizung unterstützt, wollte er jedoch verzichten. Das lohne sich nicht, argumentierte er. Denn im Winter gebe es ja zu wenig Sonneneinstrahlung. Ein entsprechendes Angebot von seinem Installateur hatte er schon vorliegen. Jetzt wollte der Ratsuchende von mir nur noch wissen, welche Fördermittel er für sein Vorhaben beantragen könnte.

Doch damit war er bereits einen Schritt zu weit. Schon allein aus energetischer Sicht wäre es eine falsche Entscheidung gewesen, auf die Heizungsunterstützung durch die Solarthermieanlage zu verzichten. Zum einen, weil die Kollektoren auch in der Übergangszeit Wärme in das System liefern können und die Solarthermie im Jahresmittel durchaus einen merklichen Beitrag zur Heizungsunterstützung leistet. Dadurch kann der Verbraucher Brennstoffkosten sparen. Denn die Preise für Gas werden ab 2021 allein schon durch die CO2-Abgabe merklich steigen.

Hinzu kommt, dass es für eine andere Art von Anlage, die Gas-Hybridheizung, aktuell beträchtliche Fördermittel gibt. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Heizungsanlagen, wenn sie durch erneuerbare Energien unterstützt werden. Dafür gibt es im vorliegenden Fall einen Zuschuss von 40 Prozent. Neben der Solarthermieanlage beinhaltet die Förderung den Ausbau der Ölheizung und Tanks, die neue Brennwert- Gasheizung, die Kaminsanierung und alle zugehörigen Arbeiten. Hätte sich der Hausbesitzer für das vorliegende Angebot entschieden, hätte er nur für die solare Warmwasseranlage einen BAFA-Zuschuss von 30 Prozent erhalten, die Förderung von 40 Prozent für Warmwasser plus Heizungsanlage wäre ihm verloren gegangen.

Er will sich nun ein neues Angebot vorlegen lassen, das eine Solarthermieanlage mit Heizungsunterstützung beinhaltet. Der Vergleich der beiden Angebote wird zeigen, inwieweit sich die größere Anlage rechnet, wenn der höhere BAFA-Zuschuss hinzukommt und der Verbraucher die eingesparten Brennstoffkosten einkalkuliert."