„Die frag´ ich!“ – 60 Jahre Verbraucherzentrale Bayern

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

•    Mit einem Festakt im Kaisersaal der Münchener Residenz feierte die Verbraucherzentrale Bayern ihr 60-jähriges Jubiläum.

•    Bayerns Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber gab anschließend zu Ehren der Verbraucherschützer einen Staatsempfang.

•    Über 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Behörden feierten bei stimmungsvoller Musik und guten Gesprächen.

 

60 Jahre Verbraucherzentrale Bayern
Marion Zinkeler, Vorstand der Verbraucherzentrale Bayern, begrüßt Bayerns Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber.
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Bayerns Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber gratulierte herzlich zum Jubiläum und ließ es sich nicht nehmen in seinem Grußwort sechs Jahrzehnte kompetente und unabhängige Beratung zu würdigen. „Die Verbraucherzentrale Bayern ist seit vielen Jahren ein starker Partner in der bayerischen Verbraucherschutzarbeit“, so Glauber. „Wir wollen die Zusammenarbeit weiter ausbauen und die Verbraucherzentrale auch in Zukunft tatkräftig unterstützen.“

Hauswirtschaftliche Themen zu Beginn
Marion Zinkeler führte die Gäste durch eine kurzweilige Zeitreise und blickte zurück auf die Anfänge. Im Jahr 1959 gründeten 13 engagierte Frauen- und Familienverbände den Verein. Anfangs standen hauswirtschaftliche Themen im Vordergrund. Heute holen sich Verbraucher Rat vor allem in den Bereichen Verbraucherrecht, Finanzen und Versicherungen, Ernährung und Energie. Inzwischen unterhält die Verbraucherzentrale Bayern 16 Beratungsstellen und 88 Energieberatungsstützpunkte.

Gesellschaftliche Entwicklungen im Blick
In ihrer Rede erinnerte Vorstand Zinkeler daran, dass es immer wieder gesellschaftliche Ereignisse waren, die die Entwicklung der Verbraucherzentrale Bayern vorantrieben. So dominierte 1973 das Thema Ölkrise die Bundesrepublik. Das Öl war knapp und die damalige Bundesregierung verhängte Fahrverbote. „Das war die Geburtsstunde unserer Energieeinsparberatung“, berichtete Marion Zinkeler den Festgästen. Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986 führte zum Aufbau eines Umweltreferats. Während der BSE-Krise im Jahr 2000 wurden die Mitarbeiterinnen des Ernährungsreferats über Wochen und Monate mit Anfragen überschüttet. Auch bei der Liberalisierung der Telefonmärkte 1998 waren die Verbraucherschützer gefragte Experten. Sie klärten über unterschiedliche Tarife und Verbraucherrechte auf. „Heute sind Ärger und Probleme mit Telekommunikationsanbietern noch immer ein Dauerbrenner in unseren Beratungsstellen“, so Zinkeler und betonte weiter: Der Slogan zum Jubiläum „Verbraucherzentrale Bayern - Die frag´ ich“ sei schon all die Jahre mitgeschwungen, „Von Anfang an schätzten die Verbraucher unser Expertenwissen zu einer Vielzahl von Themen.“

Meilensteine der Verbraucherarbeit
Auch an wichtige Meilensteine in der Geschichte der Verbraucherzentrale Bayern erinnerte Vorstand Marion Zinkeler. 1965 wurde den Verbraucherverbänden eine Klagebefugnis zugestanden. Damit erhielten sie die Möglichkeit, gegen unseriöse Werbemethoden von Unternehmen vorzugehen. Mit einer Änderung im Rechtsberatungsgesetz erhielten sie 1980 dann die Erlaubnis zur außergerichtlichen Rechtsberatung. „Seit damals können wir Verbraucher außergerichtlich beraten und gegenüber Anbietern vertreten“, erläuterte Zinkeler. „Damals wie heute erzielen wir damit immer wieder sehr gute Erfolge.“

Gesprächsrunde „Der Verbraucher in Zeiten der Digitalisierung“
Ein weiteres Highlight im Programm war die Gesprächsrunde zum Thema „Gewinner oder Verlierer? Der Verbraucher in Zeiten der Digitalisierung“. Zu den Podiumsteilnehmern gehörten neben Vorstand Marion Zinkeler und Staatsminister Thorsten Glauber auch Dr. Lucas Stich und Sven Göth. Dr. Stich forscht am Institut für Electronic Commerce und Digitale Märkte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sven Göth ist Futurist und befasst sich mit den Lebens-, Arbeit- und Kundenwelten der Zukunft. Mit ihrer Einstiegsfrage rüttelte die Moderatorin des Abends, Gabriele Dunkel vom Bayerischen Fernsehen, die Zuhörer auf, indem sie fragte: „Wer von Ihnen würde sich einen Chip unter die Haut implantieren lassen?“ Viele Schweden würden diese Art der Datenübermittlung bereits nutzen. „Wo ist hier der Grat zwischen digitaler Begeisterung und Naivität?“, fragte die Moderatorin und stieg damit ein in eine interessante Gesprächsrunde. Ebenfalls diskutiert wurden die Themen Tracking und Datenkontrolle. Dabei ging es auch darum, welche Anwendungen für Verbraucher sinnvoll sein könnten. Am Ende der Podiumsdiskussion forderte Gabriele Dunkel eine ehrliche Einschätzung der vier Experten: „Wird der Verbraucher das große Nachsehen haben und vor der digitalen Zukunft kapitulieren müssen?“ Das Podium war sich einig. Die Digitalisierung bringt viele Vorteile. Trotzdem sollte man neue Anwendungen und Entwicklungen stets auf Sinnhaftigkeit hinterfragen und nicht allzu sorglos mit der Weitergabe persönlicher Daten umgehen.

Feierlicher Staatsempfang
Im Anschluss an den Festakt lud Bayerns Verbraucherschutzminister Glauber zu Ehren der Verbraucherzentrale Bayern zu einen Staatsempfang. Das Jazz-Trio Nautico unter der Leitung von Hugo Siegmeth begleitete den Abend und sorgte beim anschließenden Buffet für eine entspannte Atmosphäre.