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Schneechaos im Skiurlaub: Diese Rechte haben Reisende

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Eingeschneite Hotels, Lawinengefahr, gesperrte Straßen und Flughäfen. Massiver Schneefall kann die Pläne vieler Skiurlauber durcheinander bringen. Diese Regeln gelten für Reisende.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Erreichen Sie Ihre Unterkunft infolge heftiger Schneefälle nicht, können Pauschalurlauber vor Abreise wegen höherer Gewalt kostenlos vom Vertrag zurücktreten. Achtung: Das gilt nur für Pauschalurlauber, haben Sie die Unterkunft einzeln gebucht, gilt das nicht.
  • Befinden Sie sich bereits am Urlaubsort und können diesen nicht verlassen, sind Sie auf die Kulanz des Hoteliers oder Vermieters angewiesen. Fragen Sie nach, ob und zu welchen Bedingungen Sie dort weitere Nächte verbringen können.
  • Fluggesellschaften und Reiseveranstalter sind verpflichtet, Sie im Falle einer Flugstornierung oder -verspätung umgehend zu informieren.
  • Können Sie durch Schneechaos nicht pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen, müssen Sie Ihren Arbeitgeber rechtzeitig informieren.
Lawinengefahr
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Massive Schneefälle oder Lawinenabgänge können den langersehnten Winterurlaub verderben. Doch was tun, wenn Sie eine Reise gebucht haben, aber wegen extremer Wetterbedingungen nicht zum Skiort gelangen? Oder wenn sich Ihre Abreise verzögert und Sie länger als geplant in Ihrer Unterkunft bleiben müssen? Wir erklären Ihre Rechte bei Schnee, Eis und Glätte.

Skiort ist nicht erreichbar – kostenlos stornieren?

Können Sie Ihren Urlaubsort infolge extremer Wetterlage nicht sicher erreichen oder verlassen, gilt dies als höhere Gewalt.

Was ist höhere Gewalt?

Unter höherer Gewalt versteht man ein von außen kommendes, unabwendbares und nicht voraussehbares Ereignis, das die Reise erheblich erschwert, gefährdet oder vereitelt. Darunter fallen neben Krieg und Epidemien auch Naturkatastrophen – und eben massive Schneefälle. Hier finden Sie mehr Informationen zu Ihren Rechten, wenn höhere Gewalt die Urlaubsfreude trübt.

Ob Sie Ihre Reise aufgrund von Schneechaos kostenlos stornieren können und wer die Kosten für zusätzliche Übernachtungen tragen muss, ist von Ihrem Reisevertrag abhängig.

  • Haben Sie den gesamten Urlaub oder Skiurlaub als Pauschalreise über einen Reiseveranstalter gebucht, können Sie Ihre Unterkunft bei höherer Gewalt vor Reisebeginn kostenlos stornieren. Sie müssen den Reisepreis dann nicht zahlen und können bereits im Voraus bezahlte Beträge zurückverlangen.
  • Haben Sie die Unterkunft als Individualreisende einzeln gebucht, sind Sie an die Stornierungsbedingungen des Hoteliers bzw. Vermieters gebunden. Schauen Sie in den Bedingungen nach und melden Sie sich rechtzeitig bei der Unterkunft.

Unterkunft ist eingeschneit - wer zahlt?

Befinden Sie sich bereits vor Ort und sitzen in Ihrem Skiort fest, müssen Sie nur die Leistungen bezahlen, die auch tatsächlich beansprucht wurden. Also beispielsweise die Beträge für getätigte Übernachtungen.

Mehrkosten für eine unfreiwillige Urlaubsverlängerung müssen Sie jedoch selbst bezahlen. Viele Hoteliers oder Vermieter zeigen sich kulant und kommen den Gästen preislich entgegen. Ein Recht auf Preisnachlass haben Sie jedoch nicht.

Unfreiwillig länger im Urlaub – Welche Pflichten gelten für Arbeitnehmer?

Bei einem zwangsweise verlängerten Urlaub sind noch viele weitere Dinge zu regeln: Neben der Absage möglicher Termine sind auch Kindergärten, Schulen und vor allem der Arbeitgeber zu informieren. Können Sie nicht pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen, sollten Sie Ihren Arbeitgeber unverzüglich informieren und mit ihm über offene Überstunden oder zusätzliche Urlaubstage sprechen.

Zwar dürfen Ihnen wegen höherer Gewalt und dem Fernbleiben von Terminen keine Nachteile entstehen, dennoch sind Sie in diesen Fällen verpflichtet, die entsprechenden Stellen zeitnah zu informieren.

Flugausfall: Ihre Rechte bei Schnee und Eis

Finden Flüge wegen zu starken Schneefalls oder Eis nicht planmäßig statt, müssen Fluggesellschaften und Reiseveranstalter Sie über den aktuellen Status Ihres Fluges und Ihre Rechte informieren. 

Muss der gesamte Flughafen aufgrund eines Schneefall oder Glätte gesperrt werden, gilt dies als höhere Gewalt. In diesem Fall muss Ihnen die Fluggesellschaft keine Entschädigung für Flugausfälle oder Verspätungen zahlen. Trägt die Fluggesellschaft hingegen ein Mitverschulden– etwa, weil sie das Flugzeug nicht rechtzeitig enteist hat – haben Sie Anspruch auf eine Entschädigung.

Welche Rechte Fluggäste bei Überbuchung, Verspätung und komplett gestrichenen Starts haben, erfahren Sie hier.

Zugausfall durch Schneechaos

Fällt Ihr Zug durch Schneechaos aus, können Sie ohne Aufpreis auf einen beliebigen anderen Zug ausweichen. Das gilt auch dann, wenn Sie ein eigentlich zuggebundenes Ticket haben.

Bei großen Verspätungen – auch wegen höherer Gewalt – steht Ihnen eine Entschädigung vom Bahnunternehmen zu. Lassen Sie sich hierfür im Zug oder am Bahnhof eine Verspätungsbescheinigung ausstellen. Wann Ihnen welche Erstattung bei Zugverspätung zusteht, erklären wir hier.

Schneechaos bringt Pflichten für Hausbesitzer

Bei Schnee, Eis und Glätte gelten für Hauseigentümer besondere Pflichten. Was Sie als Hauseigentümer beachten sollten und wie Sie sich vor Schäden absichern, haben wir hier zusammengefasst.

Ihre Reiserechte: mehr Tipps für Urlauber

Vom überbuchten Hotel bis zum Flugausfall: Mehr Tipps für Urlauber haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Lawinengefahr und geschlossener Lift – Entschädigung für Skipass?

Auch wenn alle Lifte außer Betrieb und Skipisten wegen zu hoher Lawinengefahr tagelang geschlossen sind, können Sie in der Regel kein Geld für den Skipass zurück fordern. In den meisten Fällen schließen Skigebiete und Liftbetreiber nämlich eine Erstattung wegen schlechten Wetters in ihren Geschäftsbedingungen aus. Sie haben dann keinen Anspruch auf eine Entschädigung.