Die Vogelgrippe ist wieder in Deutschland angekommen

Stand:

Jedes Jahr im Herbst steigt das Risiko, dass Zugvögel die sogenannte Vogelgrippe einschleppen. In mehreren Bundesländern ist bei Wildvögeln das Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen worden. Auch in einigen, bisher wenigen Geflügelbetrieben in verschiedenen Bundesländern ist es auf Nutztiere übergesprungen (bis Anfang des Jahres 2021 in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen).

Das Wichtigste in Kürze:

  • In den ersten Nutztierbeständen ist das Grippevirus nachgewiesen worden.
  • Ein Sperrbezirk sowie ein Beobachtungsgebiet sind um die betroffenen Betriebe eingerichtet.
  • Nutz- und Heimtiere sollten nun unbedingt von Futter- und Trinkstellen der Wildvögel ferngehalten werden.
  • Große Auswirkungen hatte der H5N8-Erreger in Deutschland zuletzt im Jahr 2017 als in Mitteleuropa Hunderttausende Vögel getötet werden mussten.
  • Eine Übertragung des Vogelgrippe-Virus auf Menschen über Lebensmittel gilt als unwahrscheinlich.
Dutzende Puten stehen gedrängt in einem Stall.
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Die Einschleppung des Geflügelgrippe-Virus erfolgt auch diesmal über Zugvögel. Nachdem in mehreren Bundesländern das Virus bei Wildvögeln im Herbst 2020 nachgewiesen wurde, sind nun die ersten Vogelgrippefälle in Nutztierbeständen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen aufgetreten.

Alle Tiere der Betriebe wurden getötet und jeweils ein Sperrbezirk im Radius von 3 Kilometern sowie ein Beobachtungsgebiet im Radius von 10 Kilometern eingerichtet. Im Sperrbezirk gilt jetzt eine Stallpflicht und im gesamten Beobachtungsgebiet (inklusive Sperrbezirk) können weder Eier, frisches Fleisch noch Geflügel aus den Betrieben verkauft werden.

Als erstes Bundesland hat das Land Schleswig-Holstein im November eine landesweite Stallpflicht für Geflügel angeordnet. Auch Mecklenburg-Vorpommern hat im November 2020 eine Stallpflicht erlassen (für einige Landkreise) sowie Sachsen am 30. Dezember (für das gesamte Bundesland).

Geflügelhalter sollten ihre Tiere von Wildvögeln fernhalten

Um zu verhindern, dass sich das Vogelgrippevirus auf weitere Geflügelmast- und Legehennenbetriebe ausweitet, sollten jetzt Nutz- und Heimtiere von Futter- und Wasserstellen, an denen sich Wildvögel aufhalten, unbedingt ferngehalten werden.

Die Vogelgrippe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Hühner, Puten und Enten befällt. Eine Übertragung auf den Menschen durch den Verzehr von Eiern, Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten wird von Experten als unwahrscheinlich bewertet.

Der Virus H5N8 war im Winter 2016/17 mit Zugvögeln aus Asien nach Europa gekommen und löste damals die bislang größte Vogelgrippe-Krankheitswelle in Deutschland und Europa aus. In deren Folge gab es eine wochenlange großflächige Stallpflicht für Geflügel in einigen Regionen Deutschlands.