Bündnis "Wir retten Lebensmittel"

Stand:

Die Verbraucherzentrale Bayern ist Bündnispartner des Bündnisses Wir retten Lebensmittel - eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Ernährung. Die Bündnispartner aus den Bereichen Erzeugung, Verarbeitung, Lebensmittelhandel, Außer-Haus-Verpflegung und von den Verbraucherorganisationen haben seit dem Jahr 2016 siebzehn Vorschläge für "Rettungsmaßnahmen" vorgelegt.

Wir retten Lebensmittel
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Priorisierte Maßnahmen des Bündnisses sind:

  • "Lebensmittelretter-Führerschein" in Schulen

Ziel ist es, Schulkinder für das Thema Wertschätzung von Lebensmitteln und Vermeidung von Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren. Unterschiedliche teilnehmende Bündnispartner nutzen dafür bereits vorhandene Materialien und Methoden, die gezielt um einen entsprechenden Baustein zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung zu ergänzen sind.

  • Positionspapiere "Wir retten Lebensmittel!"

Das Bündnis erarbeitet in den themenspezifischen Fokusgruppen Positionspapiere zu relevanten Aspekten der Lebensmittelverluste und -verschwendung (z. B. Mindesthaltbarkeitsdatum), deren Inhalte alle Bündnispartner mittragen.

  • Verzehrsindikator

Die Entwicklung eines geeigneten und praxistauglichen Verzehrsindikators wird von den wissenschaftlichen Einrichtungen des Bündnisses vorangetrieben und von den weiteren Bündnispartnern unterstützt. Der Verzehrsindikator soll eine bessere Orientierung des Konsumenten ermöglichen, zu welchem Zeitpunkt genau ein Lebensmittel noch verzehrsfähig ist.
Vermeidung von Lebensmittelverlusten mittels eines Food-Scanners (KErn)

  • Start-Up Wettbewerb

Ambitionierte Gründerteams präsentieren in einem Wettbewerb ihre Geschäftsideen für eine sinnvolle Weiterverwertung von Nebenprodukten aus der Lebensmittelherstellung (z. B. Trester aus der Obstverarbeitung). Die besten Ideen werden anschließend prämiert. Die Bündnispartner unterstützen die Preisträger bei der Weiterentwicklung ihrer Ideen.
Start-Up Wettbewerb

  • Fortlaufende Erfassung von Lebensmittelverlusten in Bayern

Das Bündnis erklärt sich bereit, die fortlaufende Erfassung von Lebensmittelverlusten in Bayern auf Basis der erstmals vorgestellten Daten im Jahr 2014 zu unterstützen, so dass zukünftige Entwicklungen der Verluste verfolgt und mögliche Effekte von Maßnahmen gemessen werden können. Die Bündnispartner unterstützen die Erfassung zum Beispiel durch:
▪ Bereitstellung finanzieller Mittel
▪ Unterstützung bei der Ermittlung von Daten und Kennzahlen
▪ Engagement und Netzwerkarbeit zur Gewinnung weiterer relevanter Akteure im Branchenumfeld.
Fortlaufende Erfassung von Lebensmittelverlusten (KErn)

  • Informationen zum MHD

Gemeinsam mit den Bündnispartnern aus den Bereichen Verbraucher, Handel und Hersteller werden in einem Pilotansatz Maßnahmen für eine bessere Verständlichkeit, Sichtbarkeit sowie EDV-technische Verarbeitung des Mindesthaltbarkeitsdatums durchgeführt.

  • Wertschöpfungsstufen übergreifendes Medienpaket

Vorhandene Medien und Materialien der Bündnispartner zum Thema "Lebensmittelverschwendung" werden gebündelt und als Medienpaket für interessierte Zielgruppen bereitgestellt. Für Bereiche, in denen noch keine Materialien und Medien vorhanden sind, können mit Unterstützung des Bündnisses neue fachgerechte Medien erstellt werden.

  • Der Kühlschrank als "Lebensmittelretter"

Eine öffentlichkeitswirksame Kampagne soll über Haltbarkeit und die richtige Lagerung von Lebensmitteln aufklären. Verbraucher können während der Kampagne nützliche Informationen über die richtige Lagerung im und außerhalb des Kühlschranks erhalten.

  • "Lebensmittelretter-Coaching" für die Außer-Haus- Verpflegung (AHV)

Mitarbeiter, Hauswirtschafterinnen und Küchenleiter in der Außer-Haus-Verpflegung erhalten Kenntnisse und Methoden für die Praxis, um gezielt Lebensmittelverluste zu reduzieren. Dazu werden beispielsweise der Ressource-Manager-Food und weitere bestehende Materialien und Methoden genutzt.

  • Digitale Logistikunterstützung für Tafeln und weitere karitative Einrichtungen

Im Rahmen eines Pilotprojektes sind neue Ansätze zu erproben, damit Ehrenamtliche der Tafeln und karitativer Einrichtungen früher erfahren, wenn Waren zur Abholung bereit stehen. Ebenso sollen diese Ansätze Marktmitarbeitern die Weitergabe von Spenden erleichtern.

  • Warenwirtschaftssystem für den Privathaushalt

Mit dem Ziel Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, soll für einen besseren Überblick der Lebensmittel im Privathaushalt eine zukunftsgerichtete Erfassungsmethode entwickelt werden. Die wissenschaftlichen Einrichtungen und Partner des Bündnisses unterstützen die Entwicklung.

  • Wettbewerb für Lebensmitteleinzelhändler

In einem Wettbewerb können sich Lebensmittelmärkte mit Ideen bewerben, die nachweislich zu weniger Lebensmittelverlusten führen (z. B. mittels optimierter Nachfrageprognose).

  • Prognosesystem für die Außer-Haus-Verpflegung

In Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen des Bündnisses wird eine Methode zur besseren Vorhersage der Nachfrage in der Außer-Haus-Verpflegung entwickelt und den Bündnispartnern zur Verfügung gestellt. Die Maßnahme dient dazu, Betriebe der Außer-Haus-Verpflegung stärker für die Reduzierung von Lebensmittelverlusten zu sensibilisieren.

  • Schulungsmaterial für Supermarktpersonal

Filialmitarbeiterinnen und -mitarbeiter erhalten Informationen zum Thema Lebensmittelverschwendung und -verluste. Dazu wird im Rahmen des Bündnisses wissenschaftlich fundiertes Schulungsmaterial erstellt.

  • Wettbewerb für karitative Einrichtungen

Mit einer Veranstaltung werden die in einem vorausgegangenen Wettbewerb erfolgreichen Tafeln und karitativen Einrichtungen als Vorzeigebeispiele prämiert. Gleichzeitig dient die Veranstaltung dazu, mögliche Spender für die Arbeit karitativer Einrichtungen zu gewinnen und somit die Zusammenarbeit für den guten Zweck zu fördern.

  • Sammelpunkte-Aktion "Wir retten Lebensmittel"

Kunden und Konsumenten werden in teilnehmenden Filialen des Lebensmitteleinzelhandels durch eine Bonuspunkte-Aktion dazu motiviert, sich mit den Themen Lebensmittelverschwendung und Wertschätzung für Lebensmittel auseinanderzusetzen. Im Aktionszeitraum können Kunden, die zeigen können, wie sie ihren Einkauf planen, an der Sammelaktion teilnehmen. Individuelles Engagement gegen Lebensmittelverschwendung wird so belohnt.

  • Symposium "Nachfrageprognose im Lebensmitteleinzelhandel"

In einer Fachveranstaltung werden die Ergebnisse möglicher Anwendungen des von der Hochschule Deggendorf entwickelten Systems zur verbesserten Nachfrageprognose im Lebensmitteleinzelhandel vorgestellt. Darüber hinaus sind weitergehende Ansätze und Aktivitäten auf diesem Feld mit den Teilnehmern zu diskutieren.
Symposium am 6. November 2017 (KErn)

Mehr Infos unter: Bündnis "Wir retten Lebensmittel"