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Haushaltsnahe Dienstleistungen – das Erstgespräch

Stand:

Möchten Sie sich zu Hause bei Alltagsaufgaben helfen lassen, sollten Sie sich mit einem Dienstleister erst einmal treffen und die Möglichkeiten besprechen. Wir zeigen, worauf es beim Erstgespräch ankommt.

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Besprechen Sie Wünsche und Vorstellungen zu den haushaltsnahen Dienstleistungen möglichst detailliert.
  • Bitten Sie zum Erstgespräch eine vertraute Person hinzu, um den eigenen Hilfsbedarf besser einzuschätzen.
  • Lassen Sie sich ein detailliertes Angebot erstellen.
Eine Frau befragt einen älteren Herrn und hält ein Klemmbrett mit Unterlagen in der Hand
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Wer sich entschieden hat, Hilfe im Haushalt anzunehmen, steht vor der Aufgabe, einen passenden Dienstleister zu finden. Um erste Anhaltspunkte zu bekommen, können Sie in Ihrem Bekanntenkreis nach Empfehlungen fragen. Außerdem können Sie sich im Internet, bei den Nachbarschaftshilfen und gegebenenfalls bei Ihrer Pflegekasse oder bei den Kommunen nach einer geeigneten Unterstützung umsehen.

Vor dem Erstgespräch den eigenen Unterstützungsbedarf klären

Überlegen Sie, in welchen Bereichen genau Sie Unterstützung wünschen, bevor Sie einen Anbieter kontaktieren. Was fällt Ihnen schwer? Wo fehlt die Zeit? Was möchten Sie gerne abgeben? Überlegen Sie, wie oft und zu welchen Gelegenheiten Ihnen eine Unterstützung durch Dritte wichtig wäre.

Wenn Sie eine Vorstellung davon haben, welche Aufgaben der Dienstleister ausführen soll, empfiehlt es sich, mehrere Anbieter für ein unverbindliches, kostenloses Erstgespräch zu kontaktieren. Sowohl die angebotenen Leistungen als auch die Preise können stark variieren. Einen guten Eindruck bekommen Sie, wenn Sie mehrere Anbieter miteinander vergleichen.

Unverbindliches Erstgespräch vereinbaren

Das kostenlose Erstgespräch hilft Ihnen, mögliche vertragliche Details mit dem Anbieter im Vorfeld abzuklären. Sie bekommen einen ersten Eindruck und können Ihre Fragen direkt ansprechen. Damit der Anbieter die Gegebenheiten vor Ort besser einschätzen kann, ist es sinnvoll, das Gespräch bei Ihnen zuhause zu führen.

Bitten Sie nach Möglichkeit einen Freund oder Angehörigen zum dem Gespräch dazu. Es ist nicht immer leicht, den eigenen Hilfebedarf richtig einzuschätzen. Ein Vertrauter kann Sie im Erstgespräch dabei unterstützen.

Verschaffen Sie sich einen Eindruck vom Anbieter

Während es Termins können Sie Ihre Vorlieben und Wünsche ansprechen. Sie können auf Besonderheiten hinweisen und beispielsweise erfragen, ob es möglich ist, einen Schlüssel zu hinterlegen.

Klären Sie, was passiert, wenn Sie mit dem zugeteilten Mitarbeiter nicht zufrieden sein sollten. Sie können sich nach den Qualifikationen der Mitarbeiter erkundigen und in Erfahrung bringen, unter welchen Bedingungen sie arbeiten (Minijobber, Festangestellte mit gesetzlichem Mindestlohn etc.).

Finden Sie heraus, ob ein Ersatz vorgesehen ist, sollte der Ihnen zugeteilte Mitarbeiter einmal verhindert sein.

Konkrete Vorstellungen zu den Dienstleistungen besprechen

Ein Erstgespräch dient zur Klärung allgemeiner Fragen. Darüber hinaus sollten Sie die Gelegenheit unbedingt nutzen und konkrete Vorstellungen direkt ansprechen. Haushalt und Alltag bestehen vor allen Dingen aus Gewohnheiten. Und wie unterschiedlich die Wünsche an einen Dienstleister sein können, zeigen die beiden folgenden Beispiele:


Beispiel 1: Fenster putzen

Wie oft Fenster geputzt werden müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wer an einer großen Straße oder neben einem Acker wohnt, wird häufiger saubere Fenster brauchen als andere. Außerdem hängt die Häufigkeit von persönlichen Vorstellungen ab. Manche Menschen sind mit einem jährlichen Fensterputz zufrieden. Andere wünschen sich jede Woche klare Sicht. Wenn im Vorgespräch nur unbestimmt über den Fensterputz gesprochen wird, ist Ärger über eine nicht korrekte Ausführung wahrscheinlich.


Beispiel 2: Einkaufen

Auch beim Einkaufen kommt es vor allen Dingen auf Ihre individuellen Vorstellungen an. Vielleicht kaufen Sie Ihr Brot seit Jahren beim gleichen Bäcker, der allerdings ein paar hundert Meter weit entfernt liegt. Oder Sie haben Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten und können nicht alle Lebensmittel essen. Damit der Anbieter realistisch einschätzen kann, wie viel Zeit er für einen Einkauf kalkulieren muss, sollten Sie solche Details im Vorfeld mit ihm abklären.


Für das Erstgespräch Checkliste anlegen

Für das Erstgespräch bietet es sich an, eine Checkliste zu nutzen, damit Sie die einzelnen Punkte detailliert durchgehen können und auch nichts übersehen, was Ihnen vielleicht wichtig ist. Ein weiteres Plus: Wer weiß, was er braucht, beauftragt auch nicht mehr als notwendig.

Zahlungsmodalitäten besprechen

Besprechen Sie im Erstgespräch auf jeden Fall die Zahlungsmodalitäten. Wichtige Punkte:

  • Erfolgt die Abrechnung beim gewählten Anbieter nach Zeit, pauschal oder nach erledigten Aufgaben?
  • Fallen Zusatzkosten für Materialien oder für Anfahrten an?
  • Wie ist die Taktung bei einer zeitbasierten Abrechnung ausgestaltet – zum Beispiel nach einem 5-Minuten-Takt oder einem 15-Minuten-Takt?
  • Wie hoch ist dann der tatsächliche Gesamtpreis und wann wird die Rechnung gestellt?

TIPP: Für den Entlastungsbetrag nur zertifizierte Dienstleister

Wussten Sie schon? Menschen, die mindestens Pflegegrad 1 erhalten, können sich bis zu 125 Euro monatlich von den Pflegekassen für haushaltsnahe Dienstleistungen erstatten lassen. Dafür müssen allerdings beim Dienstleister der Wahl nicht nur Chemie und Angebot stimmen. Der Anbieter muss zusätzlich von den Pflegekassen zertifiziert sein. Andernfalls zahlen Sie die Rechnung vollständig aus eigener Tasche. 

Den Vertrag prüfen und vergleichen

Auf Basis der Wünsche des Erstgesprächs erstellt der Anbieter dann ein konkretes Angebot, das die besprochenen Punkte aufgreift. Achten Sie darauf, dass auch wirklich alle besprochenen Punkte im Angebot aufgeführt sind und keine zusätzlichen Leistungen aufgenommen wurden. Sollte das der Fall sein, sprechen Sie es unbedingt vor Vertragsschluss an und lassen Sie das Angebot gegebenenfalls korrigieren. Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen.

Im Rahmen der Angebotserstellung können Sie sich auf Wunsch auch bereits einen Mustervertrag und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zusenden lassen. Auf diese Weise haben Sie die Möglichkeit, die Informationen in Ruhe zu prüfen. Außerdem können Sie so die Angebote verschiedener Anbieter mit Blick auf Preise und Leistungen einfacher vergleichen.

TIPP: Ein Erstgespräch ist immer kostenlos und unverbindlich. Auch wenn der Anbieter zwei Stunden bei Ihnen zu Hause war – für Sie entsteht keine Verpflichtung das Angebot anzunehmen, direkt zu unterschreiben oder mehr Leistungen in Anspruch zu nehmen, als Sie eigentlich wollten.