Rückreise aus dem Urlaub: Quarantäne und Corona-Test bei Risikogebieten

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Viele Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich auf das Coronavirus testen lassen. Die Kosten werden nur übernommen, wenn Sie Symptome für Corona aufweisen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Es gelten nun deutschlandweit einheitliche Regelungen für Tests und Quarantäne nach der Einreise aus dem Ausland.
  • Wichtig ist unter anderem, ob Sie sich in einem offiziellen Risikogebiet, einem Hochinzidenz-Gebiet mit besonders vielen Fällen oder einem Virusvarianten-Gebiet mit vermutlich besonders ansteckenden Mutationen des Coronavirus aufgehalten haben.
  • Einige Erleichterungen gibt es inzwischen für vollständig Geimpfte und Genesene.
Jemand wird im Auto sitzend mit einem Tupfer durch eine Rachenprobe auf das Coronavirus getestet.
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Das Reisen in Europa wird wieder einfacher. Die neue Corona-Einreiseverordnung des Bundes, die seit dem 13. Mai 2021 gilt, regelt Erleichterungen. Zudem werden die Regelungen zur Quarantäne nach einer Einreise nun deutschlandweit einheitlich festgesetzt. Die Quarantäne- bzw. Absonderungspflicht ist vorerst bis zum 30. Juni 2021 befristet.

In diesem Artikel schildern wir die Regelungen für Auslands-Reisen. Informationen zu Reisen innerhalb von Deutschland finden Sie in unserem entsprechenden separaten Text.

Was gilt bei der Einreise nach Deutschland für Geimpfte und Genesene?

Seit dem 13. Mai 2021 gibt es für vollständig Geimpfte und Genesene nach der neuen Einreiseverordnung des Bundes Erleichterungen. Das gilt nun für vollständig Geimpfte und Genesene:

  • keine Test- und Quarantänepflicht bei der Rückkehr aus risikofreien Gebieten, Risikogebieten und Hochinzidenz-Gebieten
  • kein Nachweis eines negativen Corona-Tests bei Einreise mit dem Flugzeug erforderlich

Achtung: Bei Einreisen aus Risko- und Hochinzidenz-Gebieten müssen Betroffene Geimpfte / Genesene die digitale Einreiseanmeldung ausfüllen und dort Nachweise hochladen, sobald sie ihnen vorliegen (auf www.einreiseanmeldung.de, mehr dazu siehe unten). Bei Einreisen aus einem Virusvarianten-Gebiet müssen sich auch Geimpfte und Genesene in die 14-tägige Quarantäne begeben. Es gilt dann auch für sie eine Testverpflichtung.

Als geimpft gelten alle Menschen, die den vollen Impfschutz erreicht haben. Das ist dann der Fall, wenn nach der letzten erforderlichen Einzelimpfung mindestens 14 Tage vergangen sind.

Als geimpft gelten nur diejenigen, die mit einem in der EU zugelassenen Vakzin geimpft sind. Das sind derzeit die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Geimpfte Reisende müssen als Beleg einen Nachweis auf Papier oder digital auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch vorlegen können. Das geht zum Beispiel mit dem gelben Impfausweis.

Als genesen gelten diejenigen Reisenden, die eine Corona-Infektion überstanden haben - und das mit einem positiven PCR-Labortest nachweisen können, der mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate alt ist. Ein geeigneter Nachweis über die Genesung muss vorgelegt werden können. Menschen, deren Erkrankung länger als sechs Monate zurückliegt, gelten im Sinn der Verordnung nicht als genesen.

Mehr dazu lesen in unserem Artikel zu Erleichterungen für die genannten Personen.

Zusätzliche Vereinfachungen für Familien

Auch für Familien wird es leichter zu reisen. Eltern müssen demnach für die beschriebenen Erleichterungen geimpft sein, Kinder hingegen nicht. Kinder über sechs Jahren benötigen aber einen negativen Test für die Einreise, wenn sie aus einem Hochinzidenz-Gebiet, einem Virusvarianten-Gebiet oder auf dem Luftweg einreisen. Jüngere Kinder unter sechs Jahren benötigen dagegen keinen Test.

Das gilt für ungeimpfte und nicht genesene Reiserückkehrer

Hier muss unterschieden werden, ob Sie aus einem Risikogebiet, einem Hochinzidenz-Gebiet oder einem Virusvarianten-Gebiet nach Deutschland wieder einreisen.

Einreise aus einem Risikogebiet

Mit der neuen Bundesverordnung gibt es auch Erleichterungen für Ungeimpfte oder Nichtgenesene, wenn sie sich innerhalb der letzten 10 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Hier können Sie sich durch einen negativen Corona-Test von der 10-tägigen Quarantäne freitesten lassen. Den negativen Testnachweis müssen Sie an die zuständige Behörde, d.h. in der Regel das Gesundheitsamt, übermitteln.

Möglich ist die Freitestung durch einen Antigentest, der nicht älter ist als 48 Stunden ist - oder durch einen PCR-Test, PoC-PCR oder einen Test einer weiteren Methode der so genannten Nukleinsäureamplifikationstechnik, der nicht älter ist als 72 Stunden ist. Dies gilt auch für Kinder, die das sechste Lebensjahr vollendet haben. Kinder unter sechs Jahren benötigen keinen Test.

Der PCR-Test oder Corona-Schnelltest (PoC-Schnelltest) muss von einem medizinischen Dienstleister vorgenommen werden, der eine Berechtigung dazu hat. Die Corona-Selbsttests für zu Hause, die in Discountern oder Drogeriemärkten erhältlich sind, werden grundsätzlich von den Behörden nicht akzeptiert. Sofern Sie nicht per Flugzeug einreisen, ist der Test auch noch bis zu 48 Stunden nach Einreise möglich.

Einreise aus einem Hochinzidenz-Gebiet

Rückreisende aus Hochinzidenz-Gebieten müssen 10 Tage in Quarantäne. Die Quarantäne kann durch einen negativen Corona-Test auf fünf Tage verkürzt werden. Der Test darf frühestens am fünften Tag nach Einreise durchgeführt werden, muss danach zehn Tage aufbewahrt und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorgelegt werden.

Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet

Bei Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet muss eine 14-tägige Quarantäne eingehalten werden. Das gilt auch für vollständig Geimpfte und Genesene.

Das gilt bei der Einreise mit dem Flugzeug

Alle Einreisenden, die per Flugzeug seit dem 30. März in die Bundesrepublik Deutschland einreisen wollen, müssen sich verpflichtend vor Abreise testen lassen. Für Einreisende im Flugverkehr gilt eine generelle Testnachweispflicht.

Eine Ausnahme besteht lediglich für vollständig Geimpfte und Genesene aus risikofreien Gebieten, Risikogebieten und Hochinzidenz-Gebieten. Sie benötigen keinen Test für die Einreise mit dem Flugzeug, sondern die Nachweise z.B. über die vollständige Impfung. Kinder unter sechs Jahren benötigen ebenfalls keinen Test.

Allen anderen Reisenden müssen vor dem Abflug der Airline ein negatives Testergebnis vorlegen. Ohne negatives Testergebnis darf die Airline Sie nicht an Bord nehmen.

Digitale Einreiseanmeldung vor Rückreise aus einem Corona-Risikogebiet

Vor der direkten Einreise aus einem Risikogebiet, Hochinzidenz-Gebiet oder Virusvarianten-Gebiet müssen Sie die digitale Einreiseanmeldung ausfüllen, wenn Sie sich dort bis zu zehn Tage vor der Einreise aufgehalten haben. Auf www.einreiseanmeldung.de müssen Sie Reise- und Kontaktdaten angeben. Sie müssen die Nachweise über Tests, Genesung und/oder Impfungen über das Einreiseportal hochladen, sobald sie Ihnen vorliegen. Die Daten werden an die für Ihren Wohnort oder Aufenthaltsort zuständige Gesundheitsbehörde weitergeleitet. Sie kontrolliert, dass Sie die notwendige Quarantäne einhalten. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung.

Minderjährige Mitreisende benötigen keine separate Anmeldung. Hier genügt die gemeinsame Anmeldung mit der erwachsenen mitreisenden Person.

Bitte beachten Sie, dass eine Einreiseanmeldung erforderlich ist, andernfalls kann eine Beförderung zum Beispiel mit dem Flugzeug gar nicht erfolgen. Sofern Sie eine digitale Reiseanmeldung nicht vornehmen können, beispielsweise aufgrund mangelnder technischer Ausstattung, können Sie in Ausnahmefällen stattdessen eine Ersatzmittelung in Papierform ausfüllen. Bitte legen Sie in diesem Fall das Schriftstück auf Verlangen dem Beförderer oder im Falle einer polizeilichen Grenzkontrolle den Beamten vor. Das Formular finden Sie beim Bundesgesundheitsministerium.

Personen, die lediglich durch sonstige Risikogebiete und Hochinzidenz-Gebiete durchreisen und dort keinen Zwischenaufenthalt haben, sind ausgenommen. Für Einreisende mit Voraufenthalten in Virusvarianten-Gebieten besteht die Pflicht zur digitalen Einreiseanmeldung immer.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit.

Achtung: Nach Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit versuchen Betrüger über Webseiten, die digitale Einreiseanmeldung für Reisende gegen eine Gebühr vorzunehmen und die Daten angeblich an die Gesundheitsämter zu übermitteln.

Bitte benutzen Sie für die digitale Einreiseanmeldung ausschließlich die kostenlose Webseite www.einreiseanmeldung.de. Nur die durch diese Webseite generierten Nachweise gelten als offiziell und werden bei Kontrollen akzeptiert.

Was sind Risikogebiete, Hochinzidenz-Gebiete und Virusvarianten-Gebiete?

Die aktuellen Listen der Hochinzidenz-Gebiete, Virusvarianten-Gebiete und sonstigen Risikogebiete finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts.

Zu den Risikogebieten, d.h. Gebiete mit erhöhtem SARS-CoV-2-Infektionsrisiko, gehören momentan (1. Juni 2021) zum Beispiel Länder wie

  • Belgien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Dänemark (mit Ausnahme der Färöer Inseln und Grönlands)
  • Estland
  • Frankreich inkl. der Überseegebiete
  • Griechenland
  • Irland, hier die Regionen Border, Dublin und Mid-East
  • Italien
  • Kroatien
  • Lettland
  • Luxemburg
  • Montenegro
  • Niederlande, inkl. der autonomen Länder und Gebiete in der Karibik
  • Norwegen, hier Provinzen Agder, Oslo, Vestfold og Telemark und Viken
  • Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal
  • spanisches Festland – mit Ausnahme der autonomen Gemeinschaften Valencia und Murci sowie der Kanarischen Inseln
  • autonome Region Azoren sowie die Atlantikinsel Madeira
  • Schweiz
  • Slowenien
  • Tschechien
  • Zypern

Hochinzidenz-Gebiete (Stand: 1. Juni 2021) sind z.B.:

  • Ägypten
  • Litauen
  • Türkei
  • Schweden

Bei Einreise aus sogenannten Virusvarianten-Gebieten gilt – außer bei festgelegten Ausnahmen – ein Beförderungsverbot für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug aus diesen Ländern. In diesen Ländern verbreiten sich Mutationen des Coronavirus, die vermutlich deutlich ansteckender sind.

  • Ausnahmen gibt es für Personen mit Wohnsitz und bestehenden Aufenthaltsrecht in Deutschland und für deren Familienangehörige. Diese Personen dürfen einreisen, müssen aber bereits bei Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen.
  • Weitere Ausnahmen gelten für die Beförderung von medizinischem Personal und für Personen, die aus dringenden humanitären Gründen einreisen, sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr.

Als Virusvarianten-Gebiete gelten derzeit z.B. (Stand: 1. Juni 2021):

  • Botsuana
  • Brasilien
  • Indien
  • Lesotho
  • Malawi
  • Mosambik
  • Sambia
  • Simbabwe
  • Südafrika
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, inkl. der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete

Akzeptiert werden bei der Einreise nach Deutschland derzeit folgende Tests: PCR-, LAMP- und TMA-Tests aus allen Staaten der EU sowie einigen weiteren Staaten. Außerdem Antigen-Schnelltests aus allen Ländern, wenn diese die von der WHO empfohlenen Mindestkriterien erfüllen.

Die Einreise-Quarantäne-Bedingungen der Bundesländer können sich im Einzelnen unterscheiden. Alle Details finden Sie in den Einreise-Quarantäne-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer in der Übersicht der Bundesregierung.

Ob Sie sich in einem Risikogebiet, Hochinzidenz-Gebiet oder einem Virusvarianten-Gebiet aufgehalten haben, können Sie einer Liste des RKI entnehmen, die laufend aktualisiert wird.

Ausnahmen von der Anmelde- und Quarantänepflicht nach § 6 der Corona-Einreiseverordnung

Ausnahmen von der Anmelde- und Quarantänepflicht gelten nach § 6 der Corona-Einreiseverordnung z.B. für:

  • Menschen, die lediglich durch ein Risikogebiet durchgereist sind und dort keinen Zwischenaufenthalt hatten,
  • Menschen, die nur durch die Bundesrepublik Deutschland durchreisen,
  • bei Aufenthalten von weniger als 72 Stunden in der Bundesrepublik Deutschland oder in einem Risikogebiet aufgrund des Besuchs von Verwandten ersten Grades, des nicht dem gleichen Hausstand angehörigen Ehegatten oder Lebensgefährten oder eines geteilten Sorgerechts oder eines Umgangsrechts,
  • Personen, die sich im Rahmen des Grenzverkehrs weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder für bis zu 24 Stunden in die Bundesrepublik Deutschland einreisen.

Gibt es Sanktionen?

Bei Verstoß gegen die genannten Pflichten zur Meldung, Testung, Nachweispflicht oder zur häuslichen Quarantäne können die zuständigen Behörden Bußgelder verhängen.