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Illegale Downloads im Internet: Haften Eltern für ihre Kinder?

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn Sie nicht für illegale Downloads haften wollen, müssen Sie Ihre Kinder über die Rechtslage im Netz aufklären.
  • Je nach Entwicklungsreife ist das spätestens ab etwa 12 Jahren sinnvoll. Theoretisch können sie und das Kind selbst auch bei jüngerem Alter haften.
  • Unsere Checkliste hilft, Kinder auf wichtige Themen aufmerksam zu machen und sich gegen Abmahnung abzusichern.
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Der Schreck ist zunächst groß: Viele Verbraucher erhalten Abmahnungen von Anwälten, weil sie angeblich illegal Musikdateien, Spiele oder Filme aus dem Internet heruntergeladen haben. Auch wer sich sicher ist, nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen – vielleicht hat ja der minderjährige Nachwuchs am eigenen Computer oder am Rechner der Eltern illegal Dateien heruntergeladen und getauscht.

Doch wie ist in solchen Fällen eigentlich die Rechtslage? Haften Eltern tatsächlich für die Verstöße ihrer Kinder im Internet?  Eltern haften nicht automatisch, wenn ihre Kinder im Teenager-Alter urheberrechtlich geschützte Dateien tauschen oder herunterladen. So hat es der Bundesgerichtshof entschieden. Doch damit sind Eltern nicht aus der Verantwortung entlassen. Vielmehr sind sie dazu verpflichtet, ihre Kinder über die geltende Rechtslage aufzuklären.

Wer seine Kinder aufklärt, muss sie nicht dauerhaft überwachen

Hier liegt in der Praxis allerdings oft der Haken. Bei einer juristischen Auseinandersetzung müssen Eltern nachweisen können, dass sie ihre Kinder ausreichend über das Verbot informiert haben, urheberrechtlich geschütztes Material herunterzuladen und zu verbreiten.

Dafür nutzt es zum Beispiel, einen Gesprächstermin und die besprochenen Inhalte zu notieren. Richter werden bei Streitfällen auch Ihre Kinder nach dem Aufklärungsgespräch fragen.

Theoretisch kann das Kind ab einem Alter von 7 Jahren haften

Bei einem Gespräch sollten alle Gefahren, Verbote und Rechtsbegriffe des Internets kindgerecht erklärt und entsprechende Verhaltensregeln aufgestellt werden. Diese Empfehlung gilt für Eltern größerer Kinder – je nach Entwicklungsreife ab etwa 12 Jahren. Die Rechtslage bei kleineren Kindern ist leider noch nicht eindeutig. Daher sollten Sie Grundschul- und Kleinkinder nie längere Zeit unbeaufsichtigt im Internet surfen lassen und entsprechende Sicherungsprogramme auf dem Rechner installieren.

Theoretisch kann das Kind selbst in Haftung genommen werden, wenn es das siebte Lebensjahr vollendet hat. Allerdings muss es dann Einsicht in sein schädigendes Verhalten haben. Mit einem Gespräch nach unserer Checkliste können Sie die Rechtslage Ihrer Familie mindestens verbessern.

Checkliste für Eltern

Reden Sie mit Ihren Kindern über Gefahren beim Datenschutz und Urheberrecht:

  • Erklären Sie Ihren Kindern, dass der Download und der Upload von Musiktiteln, Filmen und Hörbüchern in Tauschbörsen verboten ist.
  • Notieren Sie sich das Datum und die Inhalte eines solchen Gesprächs und bewahren Sie die Unterlagen auf. Das kann möglicherweise bei einem Rechtsstreit helfen, die Aufklärung zu belegen.

Auch am Computer und Router Vorbereitungen treffen:

  • Vergeben Sie keine Administratorrechte an Ihre Kinder.
  • Schalten Sie bei Nichtnutzung den Router aus.
  • Wählen Sie für den Zugang zum Router und auch sonst möglichst lange Passwörter mit Klein- und Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
  • Richten Sie eine entsprechende Kindersicherung in Ihrem Router ein, inklusive Portsperrung.

Wenn eine Abmahnung ins Haus geflattert ist:

  • Reagieren Sie schnell darauf.
  • Zahlen Sie nicht sofort. Unterschreiben Sie nicht sofort eine vorgefertigte Unterlassungserklärung.
  • Klären Sie ab, ob die Abmahnung seriös ist. Hinweise auf unseriöse Inkassobüros finden Sie über Suchmaschinen im Internet.
  • Bitten Sie bei kurzen Fristen schriftlich per Einschreiben um eine Fristverlängerung.
  • Holen Sie sich rechtlichen Rat, zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale.

Das richtige Verhalten im Internet

Soziale Netzwerke, der Umgang mit Fotos und anderen Daten, respektvolles Miteinander: Vielen weiteren Themen der Medienerziehung hat sich die EU-Initiative Klicksafe gewidmet. Informationen, wie Sie Ihre Kinder auf die Nutzung des Internets vorbereiten können, bekommen Sie auf ihrer Seite.

Jugendliche selbst finden viele Tipps beim Online-Magazin checked4you.