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Krypto-Jacking: Wenn Ihr PC für fremde Kassen rechnet

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Cyberkriminelle nutzen Web-Browser, um mit versteckter Mining-Software unbemerkt Krypto-Coins über fremde PCs zu gewinnen.
  • Verbraucher bezahlen so mit ihrer Rechenleistung und damit mit viel Strom für die Kryptowährungen von Dritten - oft ohne davon zu wissen.
  • Es reicht aus, wenn Sie die Webseiten aufrufen.
Kryptojacking
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Heimliches Mining von Krypto-Währung

Sogenannte Krypto-Miner, das sind versteckte Programme auf Webservern, können im Browser Kryptowährungen schürfen. Dazu reicht es, wenn Verbraucher die Webseiten aufrufen. Bedenklich ist, dass die Programme oft ohne Wissen der Surfer ausgeführt werden. Verbraucher bezahlen so mit ihrer Rechenleistung für die Kryptowährungen von Dritten, warnt das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Bayern.

Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero erreichen zurzeit schwindelerregende Werte. Mit ihnen wird wie mit Aktien spekuliert. Man stellt sie her, indem man immer komplexere Rechenaufgaben löst. Dies kostet inzwischen viel Rechenleistung und damit Strom, sodass die Herstellung manchmal teurer ist als der Ertrag.

Was ist Krypto-Mining?
Der Begriff Krypto-Mining bezeichnet das Schürfen von Krypto-Geld mit Computern. Daran  ist zunächst nichts auszusetzen – solange das Krypto-Mining aktiv oder zumindest bewusst stattfindet.

Was ist Krypto-Jacking?
Wird die Rechenleistung eines Computers heimlich oder sogar gegen den Willen seines Besitzers genutzt, um Krypto-Coins zu schürfen, spricht man von Krypto-Jacking.

Kosten für Prozessorleistung und Strom trägt der Verbraucher

Das hat findige Betrüger zu einer neuen Masche animiert. Mit einem Computerprogramm, das auf Webservern liegt, schürfen sie Kryptowährungen auf Kosten anderer. Jedes Mal wenn ein Verbraucher eine Webseite mit einem solchen Programm aufruft, wird ein Teil seiner Rechenleistung für die Berechnungen abgezapft – und das oft ohne sein Wissen. Die Betrüger erhalten somit den Ertrag, die Kosten für Prozessorleistung und Strom trägt der Verbraucher.

Krypto-Jacking: Mining-Programme sind für Verbraucher nicht erkennbar

Diese Programme können sowohl von den Betreibern der Seite installiert werden, als auch von Dritten, die schlecht gesicherte Webserver ausnutzen. Verbraucher können daher auch auf ganz unverdächtigen Seiten auf die Schadprogramme stoßen. So befand sich zum Beispiel auf der Seite abi-physik.de am 10. Januar 2018 ein Krypo-Miner. Dieser wurde von einem schleswig-holsteinischen Schüler und seinem Lehrer entdeckt, indem sie die Protokolle des Virenscanners auswerteten.

Krypto-Jacking: Wie Sie sich vor verstecktem Krypto-Mining schützen können

  • Aufmerksam Surfen: Wird beim Surfen im Internet Ihr Prozessor stark belastet, sollten Sie aufmerksam werden: Das kann sich zum Beispiel dadurch bemerkbar machen, dass Ihr System nicht mehr flüssig läuft, die Lüfter aufdrehen oder Ihr Gerät heiß wird.
  • Miner-Blocker: Um sich vor versteckter Mining-Software im Web-Browser zu schützen, können in den gängigen Browsern wie Chrome und Firefox Zusatzprogramme installiert werden, die derartige Programme blockieren.
  • Aktuelle Viren-Software: Halten Sie Ihre Anti-Viren-Software stets aktuell. Neue Virenprogramme erkennen heimliches Mining von Krypto-Währung in der Regel und schlagen Alarm.
  • Java-Script deaktivieren: Viele Miner benötigen Java-Script. Wenn Sie dies in Ihrem Browser deaktivieren, können die Miner nicht mehr arbeiten. Allerdings benötigen auch viele andere Anwendungen Java-Script und so kann es zu Problemen bei anderen Seiten kommen.
  • Ad-Blocker: Manche AdBlocker bieten konfigurierbare Filterlisten. Diese bieten dann oft auch eine Liste mit Seiten an, die für Krypto-Jacking bekannt sind.
  • Installationen prüfen: Bei dem Installieren von Programmen auf Ihrem Rechner, achten Sie genau darauf, ob und welche weiteren Programme Sie mit installieren. Überprüfen Sie im Zweifel Ihre installieren Programme auf ungewollte Krypto-Jacking-Software und deinstallieren Sie diese.