Anlagevorschläge von Banken und Finanzvertrieben: zu teuer, zu unrentabel oder zu riskant

Stand:

95 Prozent der von Verbraucherzentralen untersuchten Anlagevorschläge von Banken und Finanzvertrieben passen nicht zum Bedarf der Verbraucher.

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Ob Riester-Rente, Tagesgeld oder Fonds: Der Markt für Produkte der Geldanlage und Altersvorsorge ist groß. Um die Angebote richtig verstehen und vergleichen zu können, sind Verbraucherinnen und Verbraucher auf eine angemessene, vertrauenswürdige Beratung angewiesen. Eine Untersuchung des Marktwächters Finanzen zeigt allerdings: Das Vertrauen in die Finanzberatung ist oft nicht gerechtfertigt. Verbraucher können leider nicht davon ausgehen, dass Kreditinstitute und andere Finanzvertriebe ihnen bedarfsgerechte Geldanlagen anbieten.

Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Auswertung von 835 Beratungen der Verbraucherzentralen im Zeitraum von November 2014 bis Oktober 2015. In der Untersuchung wurden 3.502 abgeschlossene Verträge über Anlageprodukte sowie 362 Vertragsangebote bewertet, mit denen Verbraucher die Beratung der Verbraucherzentralen aufgesucht hatten.

95 Prozent der Vertragsangebote waren nicht im besten Kundeninteresse. Sie passten nicht zur individuellen Lebenssituation, den Anlagezielen oder -wünschen der Ratsuchenden. Für nahezu die Hälfte der Verbraucher (45 Prozent), die mit bereits abgeschlossenen Verträgen eine Beratungsstelle aufgesucht hatten, hätte es eine bessere, beispielsweise kostengünstigere oder flexiblere Alternative gegeben.

 

Über den Finanzmarktwächter

Der Marktwächter Finanzen ist ein Frühwarnsystem, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten und analysieren. Grundlage für diese Arbeit sind Verbraucher- Beschwerden und empirische Untersuchungen. Mit seinen Erkenntnissen können auch Aufsichts- und Regulierungsbehörden wie zum Beispiel die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unterstützt werden. Im Rahmen des Marktwächters Finanzen beobachten und analysieren fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen ausgewählte Handlungsfelder des Finanzmarktes mit folgenden Zuständigkeiten: Baden-Württemberg für Geldanlage und Altersvorsorge, Bremen für Immobilienfinanzierung, Hamburg für Versicherungen, Hessen für den Grauen Kapitalmarkt sowie Sachsen für Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite. Der Marktwächter Finanzen wird bis Ende 2017 mit rund 12,4 Millionen Euro gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV).