Wer Nährwertangaben auf Lebensmittelpackungen verstehen möchte, hat es nicht immer leicht. Dies ist das Fazit des neuen Marktchecks "Portionsgrößen" der Verbraucherzentrale Bayern. So geben etliche Lebensmittelhersteller den Kalorien-, Fett- und Zuckergehalt ihrer Produkte "pro Portion" an. "In unserem aktuellen Check fanden wir wiederum Portionsgrößen, die mit üblichen Verzehrsgewohnheiten wenig zu tun haben", so Susanne Moritz von der Verbraucherzentrale Bayern. Ein schneller Produktvergleich ohne viel Rechnerei ist dadurch nicht möglich.
Am Produktbeispiel Knusper-Müsli wollte die Verbraucherzentrale Bayern zudem wissen, welche Menge sich bayerische Verbraucher unter einer Portion vorstellen. In einer Stichprobe sollten 104 Verbraucher "eine Portion" aus einer neutralen Aufbewahrungsbox in eine Müslischale schütten. Die gewählte Menge wurde gewogen und mit der Herstellerangabe verglichen. Die Portionen der Verbraucher waren im Durchschnitt mit rund 92 Gramm mehr als doppelt so groß wie die vom Hersteller festgelegte Menge von 40 Gramm pro Portion.
"Der Marktscheck und die Stichprobe zeigen, wie strittig der Begriff Portion ist. Eine einheitliche Bezugsgröße ist nötig, um Nährwertangaben auf verschiedenen Produkten vergleichen zu können", so Ernährungsexpertin Moritz. Die Verbraucherzentralen fordern, Nährwertangaben EU-weit künftig verpflichtend pro 100 Gramm oder Milliliter des jeweiligen Produkts anzugeben. Die Ergebnisse des aktuellen Marktchecks und der Verbraucherbefragung sind online nachzulesen unter www.verbraucherzentrale-bayern.de.
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