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Immer häufiger werden Lebensmitteln Inulin oder Oligofruktose zugesetzt. Diese Präbiotika finden sich in zahlreichen Produkten: in Milcherzeugnissen, Backwaren, Fruchtsäften, Müsliriegeln und Probiotika, aber auch in Säuglingsnahrung, Süßwaren, Nahrungsergänzungsmitteln oder Wurst. Präbiotika sind wasserlösliche, unverdauliche Ballaststoffe, sie gelangen in den Dickdarm und werden dort fast ausschließlich von Bifidobakterien als Nahrung genutzt. Präbiotika sollen so das Wachstum dieser günstigen Bakterien im Darm fördern, das von unerwünschten Bakterien hemmen und positiv auf die Regulierung der Darmtätigkeit wirken.
Bewertung durch die EFSA
Bei der Bewertung von Lebensmittelwerbung mit Gesundheitsbezug ("Health Claims") durch die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) wurden auch die Aussagen zu Inulin oder Oligofruktose auf ihre wissenschaftliche Haltbarkeit geprüft. Die Hersteller konnten die ausgelobten Effekte nicht belegen, bzw. wurden die Inhaltsstoffe nicht genau genug charakterisiert. Ab Anfang Dezember sind diese Werbesprüche nunmehr verboten.
Erlaubt sind hingegen Aussagen zu Ballaststoffen aus Roggen, Hafer oder Gerste. Hersteller dürfen bei Zusatz von mindestens 6 Gramm je 100 Gramm festem und 3 Gramm pro 100 Milliliter flüssigem Lebensmittel damit werben, dass diese Produkte zur normalen Verdauungstätigkeit beitragen. Nach der EU-Positivliste der erlaubten gesundheitsbezogenen Angaben darf bei Beta-Glucan und Glucomannan aus der Konjakwurzel darauf hingewiesen werden, dass sie dazu beitragen, einen normalen Blutcholesterinspiegel aufrechtzuerhalten.
Nicht für jeden verträglich
Auch wenn Inulin oder Oligofruktose nur als Extra-Ballaststoffe zugefügt werden, sind sie nicht für jedermann gut verträglich. Gemeinhin kommt es bei Tagesmengen von 10 bis 20 Gramm Präbiotika zu keinen Nebenwirkungen. Bei empfindlichen Personen können allerdings schon weniger als 10 Gramm am Tag Blähungen oder Durchfälle auslösen - vor allem wenn sie zusammen mit flüssigen Lebensmitteln wie zum Beispiel Frühstücksdrinks aufgenommen werden.
Angaben auf der Verpackung
Machen die Hersteller auf der Verpackung von Lebensmitteln Angaben zu Ballaststoffen, so müssen sie in der Nährwerttabelle den konkreten Ballaststoffgehalt angeben. Wird das Wort "Ballaststoffquelle" benutzt, müssen mindestens 3 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm, bzw. 1,5 Gramm pro 100 Kilokalorien (kcal) enthalten sein. Bei der Angabe "Hoher Ballaststoffgehalt" muss das Lebensmittel mindestens 6 Gramm Ballaststoffe in 100 Gramm, bzw. 3 Gramm pro 100 kcal aufweisen.
Tipp
Reichlich Ballaststoffe zu sich zu nehmen, trägt zu einer gesunden Darmflora bei und hilft, Darmträgheit zu vermeiden. Dazu sind jedoch keine Präbiotika oder zugesetzte Ballaststoffe erforderlich. Eine ausgewogene Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln, wie Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten, liefert vielfältige Ballaststoffe und ist daher wirkungsvoller als ein Lebensmittel mit zugesetztem Inulin oder Oligofruktose.
Reichlich Ballaststoffe zu sich zu nehmen, trägt zu einer gesunden Darmflora bei und hilft, Darmträgheit zu vermeiden. Dazu sind jedoch keine Präbiotika oder zugesetzte Ballaststoffe erforderlich. Eine ausgewogene Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln, wie Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten, liefert vielfältige Ballaststoffe und ist daher wirkungsvoller als ein Lebensmittel mit zugesetztem Inulin oder Oligofruktose.


