Direkt zum Inhalt
  • Seite drucken
  • Seite empfehlen
  • Warenkorb
  • Fragen zum Auftritt?
  • Tipps zur Schriftgrößenänderung

Zusätzlich zu diesem Thema
bieten wir Ihnen an:

seit 50 Jahren Verbraucherzentrale Bayern - Wir helfen entscheiden!

Beratungsstellen

Ergebnisse der

Stiftung Warentest

Kartoffelsalate

Lieber mit Essig und Öl

Vanilleeis

Häagen Dazs macht das Rennen

Butter

Jede Vierte ?mangelhaft?

Downloads

Nahrungsergänzungsmittel - eine Produktübersicht von A-Z

Omega-3-Produkte

Schon seit Jahren sind immer häufiger so genannte Omega-3-Produkte im Kaufregal zu finden. Ob als Fischölkapsel, verbacken im Brot, zugesetzt in Energiedrinks oder im Hühnerei überall, wo der Name dieser mehrfach ungesättigten Fettsäuren auftaucht, verspricht das Produkt mehr Schutz für die Gesundheit.
Neu in den Tiefkühltgruhen der Supermärkte sind mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Fischstäbchen und Fischfilets. Dabei hat der Hersteller pro Packung 0,6 Gramm Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischöl der Panade bzw. dem Belag zugefügt – und den Preis gegenüber einem "normalen" Produkt aus seinem Sortiment fast verdoppelt.

Lebensnotwendige Fettsäure


Die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) ist eine lebensnotwendige Fettsäure, die wir über die Nahrung aufnehmen müssen. Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) sind ebenfalls wichtige Omega-3-Fettsäuren, die der Körper (außer bei Säuglingen) aus ALA auch selbst herstellen kann. EPA und DHA finden sich hauptsächlich in fettreichen Meeresfischen (zum Beispiel Makrele, Hering, Thunfisch oder Lachs), Alpha-Linolensäure (ALA) in einigen pflanzlichen Ölen (beispielsweise Raps-, Walnuss- und Leinöl), Nüssen und in grünen Blattgemüsen.

Fakt ist, dass Omega-3-Fettsäuen in kleinen Mengen gesund und lebensnotwendig sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher, 0,5 Prozent der täglichen Kalorien durch Omega-3-Fettsäuren (ALA) aufzunehmen. Das entspricht bei 2400 Kilokalorien (kcal) etwa 1,3 Gramm ALA, enthalten in einem Esslöffel Rapsöl. Omega-3-Fettsäuren schützen tatsächlich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verbessern die Fließeigenschaft des Blutes, hemmen die Blutgerinnung und verhindern so die Verstopfung der Gefäße. In derwissenschaftlichen Literatur werden zur primären Prävention der durch koronare Herzkrankheit bedingten Todesfälle 250 mg EPA und DHA pro Tag Tag empfohlen. Außerdem wirken sie entzündungshemmend und beeinflussen den Fettstoffwechsel positiv. Was liegt also näher, als den Stoff zu isolieren und als praktische Kapsel in Supermärkten und Apotheken anzubieten?

Vollwertige und ausgewogene Ernährung reicht


Tatsächlich aber sprechen viele Gründe dagegen, wahllos zu Omega-3-Produkten zu greifen. Grundsätzlich gilt, dass gesunde Menschen bei einer vollwertigen und ausgewogenen Ernährung keine zusätzlich Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren benötigen, selbst dann nicht, wenn kein oder nur wenig Fisch gegessen wird. Nach Aussagen des Link öffnet in neuem FensterBundesinstituts für Risikobewertung ist es wissenschaftlich nicht bewiesen, dass die Einnahme von Fischöl-Präparaten die Allgemeinbevölkerung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen kann. Gleiches gilt für Lebensmittel, die mit Omega-3-Fettsäuren angereichert sind.

Die Gründe im Einzelnen:
  • Eine allgemeingültige Empfehlung, welche Mengen an Omega-3-Fettsäuren Krankheiten vorbeugen können, ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich.
  • Die den Lebensmitteln zugesetzten Mengen sind meist gering, für eine Therapie bestimmter Krankheiten gibt es ausreichend hoch dosierte Medikamente.
  • Isolierte Omega-3-Fettsäuren sind extrem empfindlich gegenüber Oxidationsprozessen ("ranzig werden") Um so leichter können sich aggressive Stoffe bilden - so genannte freie Radikale -, die die Erbinformationen in den Körperzellen schädigen können. Aus diesem Grund müssen gleichzeitig immer auch so genannte Antioxidantien, wie etwa Vitamin A, C oder E, aufgenommen werden. Sie helfen dem Körper sich gegen Radikale zu wehren. Freie Radikale sind aggressive, sauerstoffhaltige Verbindungen, die im Stoffwechsel gebildet werden oder durch Nahrung, Umweltgifte in der Luft, bestimmte Arzneien (etwa Paracetamol) oder über Zigarettenrauch in den Körper gelangen. Sie entstehen aber auch durch den Einfluss von UV- und radioaktiven Strahlen. Freie Radikale können vielerlei Krankheiten, wie beispielsweise Krebs, verursachen, da sie Körperzellen beschädigen oder zerstören. Die Antioxidantien haben die Fähigkeit, freie Radikale im Körper auf verschiedene Arten unschädlich zu machen. Bestehende Krankheiten können durch Antioxidantien allerdings nicht geheilt werden; sie können nur vorbeugend wirken.
  • Sind einem Brot Omega-3-Fettsäuren beigemischt, was durch die Zugabe von Fischöl geschieht, enthält das Brot dadurch auch mehr Fett. Das ansonsten eher fettarme Produkt wird also deutlich kalorienreicher.
  • Auch ähnlich angereicherten Eiern wird von Werbestrategen gerne ein besonders gesundes Image verpasst. Doch Achtung: Wer sich dadurch zu mehr Konsum hinreißen lässt, erhöht damit seine Cholesterinaufnahme, die DHA-Eier enthalten nämlich genauso viel Cholesterin wie ganz gewöhnliche Eier.

Drohende Nebenwirkungen


Trotz positiver Studienergebnisse mit Fisch und Fischöl werden Fischölkapseln kontrovers diskutiert. Unklar ist, ob eventuell auch andere Inhaltsstoffe des Fischs die Ursache für die positiven Effekte sein könnten. Höher dosierte Fischölkapseln können zu verlängerter Blutgerinnung, Übelkeit, Erbrechen, Schwierigkeiten bei der Einstellung eines Diabetes führen. EPA kann den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen. Deshalb sollten Omega-3-Kapseln – auch als Nahrungsergänzungsmittel – nicht ohne Rücksprache mit dem Hausarzt eingenommen werden. Vorsicht ist geboten, wenn gleichzeitig Blutverdünner, Knoblauchpräparate, Vitamin E oder Ginkgo-Produkte eingesetzt werden.

➜ Tipp: Änderung des Speisplans
Wer sich cholesterinbewusst ernähren möchte, sollte weniger Fett und mehr Ballaststoffe essen (Gemüse, Obst, Vollkornprodukte). Für eine leichte Senkung des Cholesterinspiegels sind Haferflocken, Äpfel, Zitrus- und Beerenfrüchte gut geeignet.
Statt ohne ärztlichen Rat zu teuren Omega-3 angereicherten Spezialprodukten zu greifen, erscheint es sinnvoller, ein- bis zweimal pro Woche eine Portion Fisch, bevorzugt (fetteren) Seefisch (s.o.) zu essen und je nach Geschmack Raps-, Walnuss-, Lein- oder Sojaöl und Pflanzenmargarine mit Omega-3-reichen Fetten zu verwenden.

Weiter:

Weitere Angebote zu diesem Thema finden Sie in der rechten Navigation.

Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Bayern e.V., Mozartstraße 9 , 80336 München
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-bayern.de/link20210A.html